Die US-Regierung hat eine Lücke in den Exportbeschränkungen für die leistungsfähigsten Halbleiter geschlossen und erklärt, dass diese auch nicht an Unternehmen verkauft werden dürfen, deren Hauptsitz sich in China befindet. Das erfolgte per Mitteilung des Bureaus of Industry and Security (BIS), einer Teilbehörde des Handelsministeriums, vom Wochenende. Darin wird klargestellt, dass für den Export von hoch entwickelten Computerbauteilen eine Lizenz benötigt wird, wenn sie an Firmen gehen sollen, deren Hauptsitz in sanktionierten Staaten wie China oder in Macao liegt. Die Stellungnahme legt nahe, dass dieses Schlupfloch bislang genutzt wurde, um solche Halbleiter letztlich doch nach China zu exportieren. Es handelt sich um eine Klarstellung, also keine neue Regel.

Erst vor einem Jahr aufgeweicht

Der Schritt erfolgt etwa ein Jahr nachdem die Regierung von US-Präsident Donald Trump Exportbeschränkungen seines Vorgängers für die modernsten Halbleiter für die KI-Branche aufgeweicht hat. Damals war eine Regelung gekippt worden, laut der sie auch nicht in Länder geliefert werden dürfen, aus denen sie nach China gelangen könnten. Wie viele seitdem dorthin und dann womöglich in die Volksrepublik gelangt sind, ist unklar. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert aber einen anonymen Experten aus der Branche, mit der Einschätzung, dass es um Hunderttausende gehen dürfte. Laut der Stellungnahme müssen Rechenzentren die Nutzung solcher Technik nun aber nicht einstellen. Gegenüber Reuters weist ein Branchenexperte derweil auf eine weitere Lücke hin: Hersteller wie TSMC müssen weiterhin nicht prüfen, für wen ihre Chips gedacht sind.