Nach dem Verkauf der Deutschen Agrar Holding (DAH) an den australischen Fonds Igneo ist in Ostdeutschland eine Debatte über ausländische Investoren und steigende Bodenpreise entbrannt. Bauern warnten in der Berliner Zeitung vor einem „Ausverkauf deutscher Agrarflächen“.Die DAH weist viele Vorwürfe jedoch zurück. Im Interview erklären die Geschäftsführer Christian Heck und Stefan Jost, warum sie sich nicht als Bodenspekulanten sehen – und warum sie die Entwicklung auf dem Bodenmarkt trotzdem für ein gesamtgesellschaftliches Problem halten.

„Viele Böden in Ostdeutschland sind schwach“

Sie erhalten EU-Agrarsubventionen, sehen sich aber zugleich als Energieunternehmen. Was ist die DAH eigentlich – Agrarbetrieb oder Energieunternehmen?CHRISTIAN HECK: Wir sehen uns als beides. Wir bewirtschaften rund 20.000 Hektar, und Landwirtschaft ist für uns eine der tragenden Säulen des Unternehmens. Der Input für unsere Anlagen kommt aus der Landwirtschaft – deshalb gehören beide Bereiche zusammen.

Wir bauen nicht nur Energiepflanzen an, sondern auch Marktfrüchte und arbeiten mit der vorgeschriebenen fünfgliedrigen Fruchtfolge. Außerdem kaufen wir Substrate von Nachbarbetrieben zu und arbeiten eng mit regionalen Partnern zusammen. Unsere Mitarbeiter und Betriebsleiter kommen aus den Regionen, in denen wir wirtschaften.