Ostdeutsche Bauern halten trotz der ausführlichen Verteidigung der Deutschen Agrar Holding (DAH) an ihrer Kritik am Verkauf großer Agrarbetriebe an Investoren fest. Das berichtet die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung (OAZ).Nach Angaben der OAZ sehen die Kritiker den Fall inzwischen vor allem als Beispiel für ein strukturelles Problem. „Unsere Kritik richtet sich gar nicht gegen die DAH an sich“, sagte der brandenburgische Landwirt Reiko Wöllert. Problematisch sei vielmehr, dass immer größere Agrarbetriebe von Investoren übernommen werden könnten, ohne dass Politik und Behörden ausreichend Einfluss hätten.
DAH wehrt sich gegen Vorwurf der Bodenspekulation
Hintergrund ist die Übernahme der DAH durch den australischen Investor Igneo. Die Unternehmensgruppe bewirtschaftet rund 20.000 Hektar Agrarfläche in Ostdeutschland und gehört damit zu den größten Agrarbetrieben Deutschlands. Im Interview mit der Berliner Zeitung hatte die DAH zuletzt Vorwürfe eines „Ausverkaufs“ der Landwirtschaft zurückgewiesen. Das Unternehmen betonte, rund 95 Prozent der Flächen seien lediglich gepachtet. Von Bodenspekulation könne deshalb keine Rede sein.
Der brandenburgische Landwirt Reiko Wöllert sieht das Problem dennoch auf einer grundsätzlicheren Ebene. Seine Kritik richte sich „gar nicht gegen die DAH an sich“, sondern gegen die zunehmende Konzentration von Agrarflächen und Agrarbetrieben in den Händen großer Investoren. Mit einem einzigen Unternehmensverkauf könnten zehntausende Hektar unter neue Kontrolle geraten, ohne dass Politik oder Behörden nennenswerten Einfluss hätten.






