Die Solarbranche stemmt sich gegen die jüngsten Pläne der Bundesnetzagentur, mit denen die milliardenschweren Kosten für die deutschen Stromnetze ab 2029 neu verteilt werden sollen. Die Pläne sehen vor, dass Betreiber von Solaranlagen stärker zur Finanzierung herangezogen werden sollen – darunter auch kleine Betreiber mit Anlagen auf dem Hausdach.Die diese Woche veröffentlichten Pläne könnten den Ausbau der Photovoltaik (PV) deutlich bremsen, heißt es in einer Mitteilung des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar). Er verlangt Nachbesserungen. Für typische Selbstnutzer von Solarstrom im Heimsegment könnte demnach der Grundpreis auf bis zu 150 Euro im Jahr steigen. Dies stelle eine Belastung der Solaranlagenbesitzer dar. Laut Netzagentur soll die Mehrbelastung unter 100 Euro pro Jahr liegen, Steckersolargeräte wie Balkon-Kraftwerke sollen ausgenommen werden.

Netzagentur-Chef spricht von »Gebot der Fairness«»Wer seinen Strom selbst erzeugt, trägt bisher weniger zur Finanzierung des Netzes bei«, argumentierte vergangene Woche Behördenchef Klaus Müller. Auch die Betreiber dieser Anlagen würden sich aber auf das Netz verlassen, wenn ⁠die Sonne nicht scheine und ⁠der Speicher leer sei. »Wir wollen Stromerzeuger deswegen ein wenig stärker an den Kosten beteiligen. Das ist ein Gebot der Fairness.«