Es ist ein Mittwoch, einer von diesen Tagen, die sich zu schön anfühlen für normalen Alltag. Sophie fährt Fahrrad. Wie früher. Nur dass früher nicht gestern war, sondern ein anderes Leben. „Ich wollte nur mal gucken“, sagt sie später. Das ist gelogen. Natürlich wollte sie mehr als gucken.
Sie fährt durch ihre alte Heimat, diese kleine Stadt am Rand von Berlin, in der alles ein bisschen langsamer ist, außer die Zeit. Die rast nämlich. Vorbei an Supermärkten, Bushaltestellen und Häusern, die immer gleich aussehen und trotzdem Geschichten tragen wie alte Jacken. Dann biegt sie ab. Runter von der Straße, rein in den steinigen Sandweg. Dieses Knirschen. Dieses verdammte Knirschen, das sofort alles wieder aufmacht. „Das war früher das Geräusch von Glück“, sagt Sophie.
Mitten im Wald lag er damals. Der Garten. Nicht irgendein Garten. Ihr Garten. Also offiziell nicht ihrer, aber na ja. Wer braucht schon Besitzurkunden für Kindheit? Ein Bungalow, ein bisschen schief, ein bisschen improvisiert, aber genau richtig. Gegenüber eine Schleuse. Wasser, das immer irgendwohin wollte. Direkt an einer Bundeswasserstraße, was maximal unromantisch klingt für einen Ort, an dem Barbies kahlgeschnitten, Frösche gesucht und Kartoffelpuffer gebraten wurden. In irgendeiner Akte war das wahrscheinlich einfach nur eine Fläche.










