Auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum (OWF) in Bad Saarow treffen sich seit 2016 jeden Frühling Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zum offenen Austausch. Alles, was Rang und Namen hat, kommt hier ins Tagungshotel Esplanade zum Brandenburger Scharmützelsee: Kanzler Friedrich Merz hat sich ebenso angekündigt wie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Die Ministerpräsidenten Sven Schulze (Sachsen-Anhalt), Manuela Schwesig (Mecklenburg-Vorpommern) und Dietmar Woidke (Brandenburg) sind da, sowie die gesamte Riege der ostdeutschen Wirtschaftsminister.

Diesmal ist die Situation besonders angespannt: Die deutsche Wirtschaft kommt seit Jahren nicht voran; Reformen bei Rente, Pflege, Gesundheit und Einkommensteuer stocken; der Bürokratieabbau findet weiter nur in Sonntagsreden statt. Nun kommen seit Ende Februar auch noch Irankrieg und Ölkrise dazu. Stagflation droht. Und das Ifo-Institut hat pünktlich vor Beginn des OWF noch miese Wirtschaftsdaten und Prognosen für den Osten publiziert. Die Stimmung ist schlecht wie nie. Das zeigt auch eine aktuelle OWF-Umfrage.

Wunsch nach weniger Bürokratie dominiert

Nach dem OWF-Transformationsbarometer, das die Meinungsforscher von Civey erstellt haben, erodiert das Vertrauen in die Wirtschaftspolitik. Das Investitionsklima ist getrübt. Rund die Hälfte der 1500 von Civey befragten ostdeutschen Manager beurteilt die aktuelle Lage negativ, nur noch etwa ein Viertel positiv – ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren. Gleichzeitig sehen 60 Prozent weiterhin großes Potenzial für den Osten. OWF-Direktorin Juliane Nandra: „Das Potenzial für Wachstum ist da – aber die Stimmung passt nicht dazu. Viele Unternehmen zweifeln daran, dass die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen verlässlich bleiben.“