Das Kapital ist ein scheues Reh: Wenn der alte Investoren-Spruch stimmt, so zeigt der jüngste Vermögensbericht der BCG, dass Deutschland den Anschluss verliert. Das weltweite Nettovermögen ist im Jahr 2024 um vier Prozent auf 512 Billionen US-Dollar gestiegen. Vor allem die USA haben Deutschland abgehängt. Der Report zeigt, dass sich die Vermögen in den USA am stärksten vermehrt haben. Im Jahr 2024 erhöhten sich die US-Vermögen um knapp 15 Prozent beziehungsweise 19,1 Billionen US-Dollar.

Die US-Börsen zählten 2024 zu den weltweit stärksten Märkten, getragen durch Tech-Höhenflüge, KI-Investmenttrends und eine robuste Konjunktur. Der breite US-Aktienindex S&P 500 legte zweistellig zu. Wieviel davon auf Insider-Trades und Algorithmen sowie Manipulationen oder Blasen zurückzuführen ist, kann nicht eruiert werden.

Die Amerikaner haben jedenfalls abgesahnt: Allein die Erhöhung des Finanzvermögens in den USA entspricht fast dem gesamten Vermögen in Deutschland. Das Gesamtnettovermögen der Deutschen hat sich bei weitem nicht so gut entwickelt. Es sank im Jahr 2024 von 20,8 Billionen auf 20,7 Billionen US-Dollar.

Lediglich die meist global investierten superreichen Deutschen konnten ihr Finanzvermögen 2024 um 16 Prozent mehren. Diese Anlageklassen umfassen Bargeld, Kontoguthaben, Schuldverschreibungen, Aktien und Investmentfonds sowie Pensionen. Hierzulande verfügen die Superreichen über etwa 27 Prozent des gesamten Finanzvermögens. Mehr als 500 Superreiche sind 2024 hinzugekommen. Auch die Zahl der Dollarmillionäre in Deutschland wächst: Etwa 678.000 Menschen besitzen derzeit mehr als eine Million US-Dollar Finanzvermögen. Auch diese Zahl ist gestiegen, um etwa 10 Prozent.