Die Deutschen werden immer vermögender – vor allem jene, die bereits reich sind. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Global Wealth Report der Boston Consulting Group (BCG) hervor. Deutlich zugenommen hat dabei die Zahl der Superreichen: 5000 waren es in Deutschland zum Jahresende 2025. Das sind 1100 mehr als im Jahr zuvor, heißt es in der Analyse der Beratungsfirma, die der Süddeutschen Zeitung vorab vorlag. Superreich sind nach der Definition der BCG Menschen, die mehr als 100 Millionen US-Dollar an Finanzvermögen ihr Eigen nennen. Weltweit trifft das auf 97 000 Personen zu – in Deutschland leben also etwas mehr als fünf Prozent der Superreichen. Dabei machen die Deutschen nur etwa ein Prozent der Weltbevölkerung aus.BCG, ein weltweit tätiges Beratungsunternehmen, hat für die Analyse vor allem eigene Daten ausgewertet. Gemessen wurde nicht nur das Finanzvermögen – dazu zählen Bargeld, Kontoeinlagen, Wertpapiere –, sondern auch Sachwerte wie Immobilien oder Edelmetalle. Zusammengenommen ergeben beide das Nettovermögen. Dieses ist in Deutschland im vergangenen Jahr um insgesamt 14,8 Prozent gewachsen, der globale Durchschnitt lag insgesamt nur bei 10,7 Prozent Wachstum. Insgesamt haben die Deutschen damit zum Jahresende Vermögen in einer Gesamtsumme von 23,3 Billionen Dollar angehäuft. Gründe für den starken Zuwachs gibt es mehrere. Unter anderem steigen Aktienkurse deutlich, Immobilienpreise stabilisierten sich der Analyse zufolge. Die überdurchschnittlichen Zuwächse in Deutschland sind zudem auf Währungseffekte zurückzuführen. Der Euro-Kurs ist relativ stark – das Vermögen wird von BCG in US-Dollar gemessen.„Wer mehr hat, kann breiter streuen.“„2025 war ein außergewöhnlich starkes Vermögensjahr. Finanzmärkte und Sachwerte haben gleichermaßen deutlich zugelegt“, fasst Michael Kahlich, einer der Co-Autoren der Studie, zusammen. Doch nicht alle konnten davon gleichermaßen profitieren. In Deutschland gehört der kleinen Gruppe der Superreichen mehr als ein Viertel des gesamten Finanzvermögens, mehr als die Hälfte entfällt darüber hinaus auf Personen mit Anlagen im Wert von einer bis 100 Millionen Dollar. 66 Millionen Deutsche besitzen dagegen weniger als jeweils 250 000 Dollar.Das bedeutet: Dieser großen Mehrheit gehört nur etwa jeder dritte auf Konten, in Bargeld oder Fonds und Wertpapieren gesparte Euro. „Wer mehr hat, kann breiter streuen und in renditestärkere Anlageklassen wie Aktien oder Private Equity investieren. Das beschleunigt den Vermögensaufbau strukturell“, sagt Kahlich. BCG rechnet damit, dass der Anteil der Superreichen am deutschen Finanzvermögen bis 2030 weiter steigen wird.Korrekturhinweis: In einer früheren Version dieses Textes haben wir fälschlicherweise geschrieben, dass die überdurchschnittlichen Vermögenszuwächse auch auf Währungseffekte zurückzuführen seien, da der Euro gegenüber dem Dollar „relativ schwach“ sein. Richtig ist hier natürlich das Gegenteil: Ein „relativ starker“ Euro führt aufgrund der Währungseffekte zu noch einmal höheren Dollar-Werten.