PfadnavigationHomePolitikDeutschlandKurswechsel der CSU„Nicht nur Umfragewerten folgen“ – Weber erhöht Druck auf SöderStand: 09:37 UhrLesedauer: 2 MinutenManfred Weber, stellvertretender CSU-Chef und Europapolitiker, fordert einen grundlegenden Mentalitätswechsel in der Partei und sägt ganz nebenbei mit seinen kritischen Worten am Stuhl des CSU-Chefs Markus Söder.Mit Blick auf den Erfolg der AfD fordert CSU-Vize Manfred Weber eine inhaltliche Neuaufstellung seiner Partei. Gutes Regieren allein reiche nicht aus, warnt er – und verstärkt die Debatte über den Kurs von CSU-Chef Markus Söder.Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber legt mit seiner Forderung nach einer Neuausrichtung der Partei nach – und verstärkt den Druck auf CSU-Chef Markus Söder. „Wir brauchen den Mut, nicht den Umfragewerten zu folgen, sondern dem Herzen“, sagte Weber, der in Brüssel Vorsitzender der Europäischen Volkspartei ist, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die Menschen wollen spüren, dass die Volksparteien für etwas brennen.“ Um den Höhenflug der AfD zu beenden, reiche gutes Regieren allein nicht. „Wenn es uns nicht gelingt, eine Perspektive für morgen aufzubauen, werden wir Schwierigkeiten haben, den Populismus zu stoppen.“ Die bayerische Landtagswahl, die Bundestagswahl und die Europawahl 2028 und 2029 seien „wichtige Wahlen für unsere Demokratie und für die CSU als Volkspartei“, sagte Weber. „Wir oder die Radikalen – darauf müssen wir uns jetzt programmatisch vorbereiten.“ Die Wähler hätten bei der jüngsten Kommunalwahl mit dem durchwachsenen Ergebnis für die CSU gezeigt, „dass wir mehr tun müssen“. Auf die Frage, ob er Söder stürzen wolle, sagte Weber: „Mir geht es darum, in der Partei eine Debatte anzustoßen, die notwendig ist. Meine Bitte ist, nicht jede inhaltliche Debatte gleich mit einer Personaldebatte zu ersticken.“ Mit Söder sei er „im Austausch“. Er bekomme von der Parteibasis viel Ermutigung, diese Debatte gerade jetzt nach den Kommunalwahlen zu führen. Lesen Sie auchWeber hatte vor wenigen Tagen in einem an zahlreiche Mandatsträger verschickten „Pfingstbrief“ mit ähnlichen Aussagen für Aufmerksamkeit gesorgt – und dabei Unterstützung vom CSU-Ehrenvorsitzenden und Ex-Bundesminister Theo Waigel bekommen. Webers Brief sei ein Weckruf an die Partei, sagte Waigel der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ . Nötig sei eine „grundlegende, tiefgehende Diskussion“ über die Ausrichtung der Partei. Weber sprach sich in den Zeitungen der Funke Mediengruppe auch für eine stärkere Nutzung der Atomkraft aus. „Ohne Atomstrom kann die Energiewende nicht gelingen. Wir brauchen die Grundlastversorgung zu einem vernünftigen Preis.“ Ob in Deutschland neue Kernkraftwerke gebaut oder stillgelegte reaktiviert werden, müsse die deutsche Politik entscheiden.Lesen Sie auchEr stärkte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angesichts der Spekulationen um einen Kanzlerwechsel den Rücken: „Auf der europäischen Ebene hat Friedrich Merz eine starke Stellung. Er gestaltet die Debatte, hört aber auch zu“, sagte Weber der Funke Mediengruppe. Merz' Führungskraft sei jetzt sehr wichtig.Weber wandte sich gegen Diskussionen über Köpfe. „Es geht nicht um Personaldebatten. Es geht darum, über den richtigen inhaltlichen Weg in die Zukunft zu entscheiden.“dpa/krö