Der Sommer ist da, die Sonne scheint und Freibäder, Parks und Badeseen füllen sich. Eigentlich ist es die Zeit im Jahr, in der man einfach mal abschalten, mit geschlossenen Augen die Wärme auf der Haut spüren und die Seele baumeln lassen möchte.Doch während sich viele Männer völlig unbeschwert auf ihr Handtuch fallen lassen können, sieht die Realität für Frauen schon anders aus: Am Strand wachsam sein zu müssen, wird ihnen von klein auf antrainiert. Die Furcht vor gaffenden Blicken oder heimlichen Fotos ist ohnehin ein Dauergast im Kopf – und jetzt sorgt eine neue Technologie für noch mehr Sorgen.

Smart Glasses: Der Boom der unsichtbaren Brillen-Kameras

Im Zentrum stehen sogenannte Smart Glasses. Dabei handelt es sich um Brillen mit integrierter Technik wie Kameras, Mikrofonen, Lautsprechern oder KI-Funktionen. Marktführer Meta setzt hierbei auf die Kooperation mit bekannten Brillenmarken: So sind die Geräte als Lifestyle-Klassiker „Ray-Ban Meta“ sowie als sportliche Variante „Oakley Meta“ erhältlich. Äußerlich sind sie auf den ersten Blick kaum von normalen Sonnenbrillen zu unterscheiden.Laut Herstellerpartner EssilorLuxottica wurden 2025 weltweit mehr als sieben Millionen Geräte verkauft. Alle diese Modelle ermöglichen es, unauffällig Videos aufzunehmen, Fotos zu machen oder Livestreams zu starten – oft, ohne dass Außenstehende sofort erkennen, dass sie im Fokus einer Linse stehen.Zwar lassen sich die Brillen bei genauem Hinsehen an den etwas dickeren Bügeln und den zwei kreisrunden Aussparungen für Linse und LED-Leuchte am Rahmen erkennen. Auch signalisiert ein weißes Licht an der Vorderseite eine aktive Aufnahme. Doch realistischerweise kann dieses Signal im hellen Sonnenlicht leicht übersehen oder durch illegale Modifikationen manipuliert werden.Während Hersteller Smart Glasses also als innovatives Lifestyle-Gadget vermarkten, verbinden viele Frauen damit vor allem ein zunehmendes Gefühl permanenter Beobachtung. Dass diese Sorge nicht unbegründet ist, zeigen zahlreiche Videos auf Plattformen wie TikTok oder Instagram. Immer häufiger tauchen dort Aufnahmen von Frauen an Stränden, in Bars oder auf der Straße auf, die offenbar ohne ihr Wissen gefilmt wurden.