PfadnavigationHomeRegionalesHamburgRechtswidrige AufnahmenHeimlich gefilmt am Badesee oder auf der Liegewiese – Datenschützer schlägt AlarmStand: 13:30 UhrLesedauer: 2 MinutenDiese junge Frau in Hamburg wusste, dass sie fotografiert wird und was mit ihren Fotos geschehen soll. Sie stand Modell. Oftmals wird am Badesee aber heimlich abgelichtet.Quelle: picture alliance/dpa-tmn/Christin KloseZwischen Pommesbude und Sprungturm wächst die Angst vor heimlichen Aufnahmen. Neue Brillen mit Kameras filmen unbemerkt, Frauen klagen über Übergriffe. Datenschützer Thomas Fuchs sieht „klare Rechtsverstöße“ und setzt auf Bußgelder.Mit der Hitze zieht es viele Menschen ins Freibad oder an den Badesee. Doch zwischen Liegewiese und Wasser häufen sich Vorfälle, die für Betroffene alles andere als harmlos sind: Bei Polizeidienststellen und in den Datenschutzbehörden gehen immer wieder Hinweise ein – vor allem von Frauen, die heimlich gefilmt oder fotografiert worden sind.Die Aufnahmen entstehen oft unbemerkt. Längst sind es nicht mehr nur Smartphones, die zum Einsatz kommen. Neue Geräte mit integrierter Kamera, etwa sogenannte Smart Glasses, ermöglichen es, aus der Perspektive der Träger zu filmen, ohne dass andere das erkennen. Bilder und Videos werden anschließend nicht selten über soziale Netzwerke verbreitet.Lesen Sie auchDer Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Thomas Fuchs, spricht von einem klaren Verstoß gegen geltendes Recht. „Niemand muss hinnehmen, ohne Zustimmung gefilmt oder fotografiert zu werden. Das gilt natürlich auch im Freibad oder am Badesee“, sagt Fuchs. „Solche Aufnahmen sind fast immer rechtswidrig.“Viel Haut bedeutet nicht weniger RechteEntscheidend sei, dass das Recht auf Privatsphäre nicht an der Schwimmbadkasse oder am Seeparkplatz endet. Auch im öffentlichen Raum gelte: Wer gezielt andere Menschen fotografiert oder filmt, benötigt deren Einwilligung – erst recht, wenn die Aufnahmen später im Internet verbreitet werden. Auch wer im Sommer und beim Baden viel Haut zeigt, gibt damit nicht seine Privatsphäre auf.Lesen Sie auchGleichzeitig appelliert Fuchs an die Badegäste, aufmerksam zu sein. Wer bemerke, dass andere ohne Zustimmung gefilmt würden, solle nicht wegsehen, sondern eingreifen oder Hilfe holen. Betroffene könnten sich auch direkt an das Aufsichtspersonal wenden. Betreiber reagierten in solchen Fällen konsequent und konnten bei Verstößen Hausverbote aussprechen.Auch die Polizei sei Ansprechpartner. Betroffene müssten sich nicht damit abfinden, so Fuchs. Im Zweifel könne auch der Notruf gewählt werden. Seine Behörde habe in der Vergangenheit bereits Bußgelder wegen rechtswidriger Aufnahmen verhängt – und werde dies weiterhin tun.juve
Rechtswidrige Aufnahmen: Heimlich gefilmt am Badesee oder auf der Liegewiese – Datenschützer schlägt Alarm - WELT
Zwischen Pommesbude und Sprungturm wächst die Angst vor heimlichen Aufnahmen. Neue Brillen mit Kameras filmen unbemerkt, Frauen klagen über Übergriffe. Datenschützer Thomas Fuchs sieht „klare Rechtsverstöße“ und setzt auf Bußgelder.









