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Der Name klingt heute wie ein technischer Code aus der Frühzeit des Rundfunks oder ein Heimcomputer der Achtzigerjahre: DT64. Tatsächlich handelt es sich um das legendäre Jugendradio der DDR. Dessen Geschichte begann mit einem politischen Großereignis. „DT“ stand für „Deutschlandtreffen“, jenes gigantische Jugendfestival der Jugendorganisation Freie Deutsche Jugend (FDJ) der DDR, das Pfingsten 1964 in Ost-Berlin stattfand. Hunderttausende Jugendliche aus allen Winkeln der DDR und zahlreiche internationale Gäste strömten damals in die Hauptstadt. Der Rundfunk der DDR richtete für dieses Treffen ein Sonderprogramm ein: DT64.
Was eigentlich nur als anlassbezogener Jugendsender gedacht war, fand überwältigende Resonanz. Freiheit drang aus den kleinen und großen Lautsprechern der Republik. Jugendliche hörten plötzlich Musik, Sprache und Moderationen, die sich deutlich vom steifen Ton offizieller DDR-Medien unterschieden. Die Funktionäre hatten unbeabsichtigt etwas geschaffen, das eine eigene Dynamik entwickelte: ein Radio für junge Menschen, nicht bloß über sie. Aus dem ursprünglichen Festivalprogramm wurde eine Institution, die Jahrzehnte bestehen sollte.






