Ich höre viel Radio. Radio eins. Cosmo. Deutschlandfunk. Unterwegs im Auto, auf dem Fahrrad, in der Bahn. Zu Hause in der Küche, im Bad. Wer bei uns im Bad das Licht einschaltet, schaltet automatisch ein Radio an. Deutschlandfunk ist voreingestellt. Wer bei uns ins Bad geht, hört „Andruck“, „Deutschland heute“, „Büchermarkt“, „Das war der Tag“ …
Nun reiht sich DLF in die fatale Serie von Kahlschlag im Öffentlich-Rechtlichen ein; so schafft die ARD bis 2027 den Multikulti-Sender Cosmo ab, ein störendes Rauschen in Zeiten, in denen auf der Frequenz dem Ruck nach rechts mit Weltmusik und Weltkultur hörbar etwas entgegensetzt wird.
Beim DLF werden einige hochgeschätzte Sendungen zum Ende des Jahres verschwinden. „Büchermarkt“ und „Andruck“ gehören dazu. Das erregt Widerstand in mir. Als Hörerin, als Schriftstellerin, als hörende Schriftstellerin. Diese Formate sind zwei der noch wenigen existierenden, in denen Zeit und Platz ist für kleinere, unabhängige Verlage und Bücher, die in den sich sonst auf die üblichen Verdächtigen einschießenden Feuilletons kaum eine Chance haben.
Es gibt mittlerweile eine Unterschriftenaktion, die Petition richtet sich an den Intendanten Stefan Raue. Denn diese Sendungen gehören nicht auf den Müllhaufen. Ebenso wenig die Moderatoren, die ausgemustert werden sollen. Wollen sie weiter arbeiten, müssen sie sich mit einem Motivationsschreiben, auf „Moderationscastings“ bewerben! Ein Gremium entscheidet, wer bleiben darf. Deutschlandfunk sucht den Superstar. Gute-Laune-Stimmung sollte im Repertoire nicht fehlen. Kompetenz wird zum Nebenschauplatz. Geht’s noch?









