In Sachen Kampagnenfähigkeit macht der AfD so schnell keiner etwas vor. Schon gar nicht die CDU. Da hatte die CDU-Parteizentrale eigentlich eine gute und hilfreiche Idee: Als Argumentationshandreichung für die Parteimitglieder an den Wahlständen überall im Land fasste sie in einer 26 Seiten langen Broschüre unter dem Titel „Abstieg für Deutschland“ zusammen, was der Verfassungsschutz über die AfD zu sagen hat.Dazu versammelte sie einschlägige Zitate führender AfD-Politiker plus weitere sieben Seiten Quellennachweise. Die zum Teil einfach bodenlosen Zitate allein liefern schon genug Argumente, diese Partei nicht zu wählen.Hohn und Spott für die CDUDas muss der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD, Bernd Baumann, intuitiv erkannt haben, weshalb er die Broschüre in einem Social-Media-Video aus dem Konrad-Adenauer-Haus in bewährter Manier zu einer Verleumdung seitens der „Altpartei“ CDU erklärte.Erst hier beginnt die Fehlerkette der CDU, die ihr nun Hohn und Spott beschert: Statt das an sich abperlen zu lassen, schlug sie ihrerseits mit einem Tiktok-Video zurück und versandte nun auch noch die Broschüre an die AfD-Bundestagsabgeordneten – samt einem vorgedruckten Muster-Austrittsschreiben „zur unmittelbaren Verwendung“.Das wirkte mindestens übergriffig, vor allem aber war es überflüssig. Ein Leichtes für Baumann, diese Steilvorlage zu verwandeln: Ob die CDU angesichts der „Wirtschaft im freien Fall“ und der „Sozialsysteme vor dem Kollaps“ nichts Besseres zu tun habe? Auch wenn man das ständige „Untergang für Deutschland“-Szenario der AfD ablehnen muss – da hat er einen Punkt.