Die mit Sprengstoff beladene russische Drohne vom Typ Geran schlug in der Nacht zu Freitag auf dem Dach eines zehnstöckigen Wohnblocks in der ostrumänischen Stadt Galați ein, nahe den Grenzen zur Ukraine und der Republik Moldau. Sie durchbrach das Dach und löste in der direkt darunter liegenden Wohnung einen Brand aus. Eine 53 Jahre alte Bewohnerin und ihr 14-jähriger Sohn erlitten leichte Brandwunden.»Ich erkläre mit allem Nachdruck, dass die gesamte Verantwortung für diesen Vorfall bei der Russischen Föderation liegt«, hatte Dan davor bei Facebook geschrieben. »Was heute in Galați geschehen ist, ist die direkte Folge des Aggressionskriegs gegen die Ukraine (…) und der systematischen Missachtung internationalen Rechts.« Es gebe keinerlei Zweifel hinsichtlich Verursacher und Gründe dieser Aggression.

Auf die Frage, warum die Streitkräfte des Landes die Drohne trotz Sichtung auf dem Radar nicht abgeschossen hätten, erklärte Verteidigungsminister Radu Miruță, ein Abschuss über bewohntem Gebiet hätte noch mehr Schaden angerichtet und Menschenleben gefährdet als der Absturz selbst. Schwierig sei ein Abschuss auch, weil Rumänien bei derartigen Manövern den Luftraum eines anderen Staates nicht verletzen dürfe.Zugleich beklagte das Verteidigungsministerium, dass man aufgrund rechtlicher Einschränkungen Radargeräte nicht an den geeignetsten Stellen platzieren könne. Staatspräsident Dan erklärte, dass die Drohnenabwehr, die Rumänien über das EU-Verteidigungsprogramm SAFE bestellen wolle, dem Land erst in ein bis zwei Jahren zur Verfügung stehe.