Kann es so etwas wie Gleichberechtigung auch ohne Quote geben? Die Jury des Theatertreffens findet: Ja. Sie hat verkündet, die bestehende Frauenquote für die kommenden zwei Jahre auszusetzen. Diese legte vor, dass mindestens 50 Prozent der zehn zum renommierten Berliner Theatertreffen eingeladenen Inszenierungen von Frauen oder weiblich dominierten Kollektiven kommen mussten. Christine Wahl, Kritikerin und Jurymitglied, schreibt in einem Text auf dem Theaterportal Nachtkritik über die Gründe für die Aussetzung: Die Theaterwelt habe sich verändert, man wolle sich von außerkünstlerischen Kriterien befreien und sich auf die Ästhetik konzentrieren. Sie weist auch darauf hin, dass eine Quote immer auch den Wunsch nach anderen Quoten nach sich ziehe: Was ist mit Menschen mit Migrationshintergrund? Mit dem von der Jury stets vernachlässigten Provinztheater?