Das Circus-Hotel am Rosenthaler Platz ist seit Jahren ein Magnet für Touristen aus aller Welt. Doch Ende Oktober ist Schluss: Betreiber Andreas Becker schließt das renommierte Haus. Der Rückzug fällt in eine schwierige Phase für die Tourismusbranche. Für Becker geht die Krise seines Hauses jedoch über rein wirtschaftliche Faktoren wie gestiegene Kosten oder den ausbleibenden Sanierungswillen seines Vermieters hinaus. Der Hotelier sieht Berlin in einem Abwärtstrend.Er beklagt eine marode Infrastruktur, unkontrollierte Vermüllung und ein florierendes Drogenmilieu, das seiner Ansicht nach Berlins Ruf als Urlaubsort beschädigt und zunehmend internationale Gäste vergrault.Im Jahr 2025 verzeichnete die Stadt 12,4 Millionen Gäste und 29,4 Millionen Übernachtungen – das ist ein Rückgang gegenüber dem Höchststand nach der Pandemie im Jahr 2024 und liegt noch immer deutlich unter den Rekordzahlen aus dem Vor-Corona-Jahr 2019.Herr Becker, Ende Oktober wird das Circus-Hotel den Rosenthaler Platz verlassen. Warum?Das hat spezifische Gründe, die mit der Größe des Hauses und der vertraglichen Situation zu tun haben. Ein wesentlicher Punkt ist, dass das Objekt sanierungsbedürftig ist, der Eigentümer aber nicht bereit war, zu investieren. Wir suchen nun nach einer neuen Immobilie, wo wir eventuell Hostel und Hotel wirtschaftlicher zusammenfassen können. Die Hauptgründe für unsere Aufgabe sind jedoch die gestiegenen Löhne und Sachkosten. Hinzu kommt, dass Berlin als Tourismusdestination spürbar an Attraktivität verloren hat.