Das große Finale von „Germany’s Next Topmodel“, das alle Jahre wieder aufwendig von Heidi Klum und ProSieben inszeniert wird, entwickelte sich in diesem Jahr zu einer mittelschweren Bruchlandung. Auch wenn die Live-Sendungen in den vergangenen Jahren vor allem von einem gewissen Fremdscham-Gefühl begleitet waren – man erinnere sich an die gemeinsame Musik-Einlage von Heidi und Gatte Tom oder die Live-Vermählung von Kandidatin Theresia samt Ring-Übergabe durch Thomas Gottschalk –, so fehlte dieses Mal genau dieser unberechenbare (Brech-)Reiz. Zum ersten Mal in der Geschichte der Show flimmerte die finale Entscheidung nämlich nicht live über die Bildschirme, sondern wurde bereits Monate vorher, im Februar, in einem Theater in Los Angeles aufgezeichnet.
Logistik-Patzer bei Harper's Bazaar leakte die Gewinner vorab
Die ganz große Hollywood-Inszenierung mit Weltstars wie Sharon Stone und Nicole Scherzinger verlor für die treuen Fans am Donnerstagabend allerdings jeglichen Reiz: Ein massiver Logistik-Patzer beim Partnermagazin Harper's Bazaar hatte die Gewinner Aurélie und Ibo vorab geleakt. Die neue Ausgabe wurde schlichtweg zu früh an die Abonnenten verschickt, sodass die Sieger-Cover bereits vor der TV-Ausstrahlung im Netz kursierten und der Show jede verbliebene Spannung nahmen.Während im Fernsehen die monatealte Konserve aus Kalifornien lief, fand in Berlin eine Art Ersatz-Event im Zoo-Palast statt, bei dem die Kandidaten, Ex-Teilnehmer, Designer und Presse zusammenkamen, um sich das Finale gemeinsam anzustehen. Doch Heidi Klum schwänzte die Veranstaltung. Nach diesem Mix aus Informations-Leaks und fehlendem Live-Fieber blieb am Ende vor allem ein Fazit: So wenig echtes Final-Gefühl gab es bei GNTM noch nie. Ein Blick auf den roten Teppich im Berliner Zoo-Palast, bei dem die geladenen Gäste versuchten, gute Miene zum verpatzten Spiel zu machen.














