PfadnavigationHomePolitikDeutschlandStreit um Reformen„Treten Sie zurück!“ – Unternehmer schreibt Brandbrief an Arbeitsministerin BasStand: 08:35 UhrLesedauer: 2 MinutenMartin Herrenknecht ist CDU-MitgliedQuelle: Frank Rumpenhorst/dpaTunnelbauer Martin Herrenknecht kritisiert die Arbeitsministerin scharf: Bärbel Bas blockiere Reformen, während die Wirtschaft abrutsche. In einem Brief fordert er sie zum Kurswechsel oder Rücktritt auf.Einer der wichtigsten deutschen Industrieunternehmer legt Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) den Rücktritt nahe. Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG – das Unternehmen ist Weltmarktführer für Tunnelbohrmaschinen –, schreibt in einem Brief, den die „Bild“ veröffentlicht hat: „Frau Bas, lassen Sie sich nicht länger von Parteilinken und Gewerkschaften treiben. Ändern Sie Ihren Kurs. Oder stehen Sie dieser Koalition nicht länger im Weg. Treten Sie zurück!“Der 83-Jährige, der CDU-Mitglied ist, schreibt, er sei „stinksauer“, dass die deutsche Wirtschaft den Anschluss verliere. Er erklärt: „In Berlin wird weiter geredet statt gehandelt. Deutschlands Wirtschaft schmiert ab.“ Das sei nicht erst seit der Blockade der Straße von Hormus der Fall. Immer mehr Unternehmen würden bankrottgehen oder ihre Produktion ins Ausland verlagern. Lesen Sie auchDie Bundesregierung verliere sich seit Monaten „im Klein-Klein“. Als Beispiel nennt er die aus seiner Sicht wenig zielführende Entlastungsprämie sowie den Tankrabatt. „Ein schlimmer Schuss in den Ofen“, fasst er die Maßnahmen zusammen. Erst wenn die Wirtschaft wieder laufe, sei auch mehr Geld für Renten und soziale Sicherheit da. Bundeskanzler Merz habe das verstanden. Dieser wisse, dass nur „grundlegende Strukturreformen“ helfen würden, etwa die Senkung der Energie- und Arbeitskosten sowie der Abbau von Bürokratie. „Wenn wir unsere Position in der globalen Wirtschaft halten wollen, müssen alle einen Beitrag leisten. Mehr arbeiten statt weniger, später in Rente gehen. Das ist die harte Realität.“Er sei beruflich weltweit unterwegs, unter anderem in China, Indien und Nordamerika. Herrenknecht schreibt: „Glauben Sie mir: Die lachen sich schlapp über uns. Während dort entschieden und gemacht wird, diskutieren wir uns hier tot – oder blockieren alles, wie unsere Arbeitsministerin Frau Bas.“ Statt gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, habe Bas Friedrich Merz mit ihrem „Bullshit“-Kommentar angegriffen. „So redet man nicht mit dem Bundeskanzler“, so Herrenknecht.Lesen Sie auchDie SPD habe ihren Kompass verloren. „Sie war mal die Partei der Arbeiter. Die haben die Schnauze voll. Die wollen arbeiten. Die wollen vorankommen. Aber vor allem wollen die, dass sich Leistung wieder lohnt – und zwar im Geldbeutel.“Doch Bas blähe den Sozialstaat auf, statt Leistung zu stärken. Weiter schreibt Herrenknecht: „Das ist keine Politik für Arbeiterinnen und Arbeiter. Das ist Politik an den Menschen vorbei. Da brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn die Leute am Ende AfD wählen – und das führt zur Katastrophe.“nw