Elon, der Allmächtige: Musk plant offenbar eine Fusion von Tesla und SpaceXNach dem SpaceX-Börsengang könnte so ein Konglomerat mit einem Wert von über 3 Billionen Dollar entstehen. Dank speziellen Stimmrechten hätte der Multimilliardär wohl die absolute Kontrolle.29.05.2026, 05.30 Uhr4 LeseminutenDie Erde ist für seine Ambitionen zu klein: Elon Musk.GettyDer für Juni geplante Mega-Börsengang von Elon Musks Raumfahrt- und KI-Unternehmen SpaceX ist vielleicht bloss die Initialzündung für Stufe zwei. Die Anzeichen verdichten sich, dass Musk bereits weitergehende Pläne für sein Firmenimperium hat: eine Fusion von SpaceX mit Tesla.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Die Frage sei nicht, ob, sondern wann, sagte Peter Diamandis am Mittwoch in einem Interview mit Bloomberg TV. Diamandis gehört zu den ersten Investoren von SpaceX, unterhält sich regelmässig mit Musk und ist Gründer der Xprize Foundation. Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation, die durch die Vergabe von Millionen-Preisgeldern technologische Durchbrüche beschleunigen will.Mehrere Berichte über FusionspläneAuch CNBC thematisierte am Mittwoch die Fusion von Tesla und SpaceX. Mitarbeiter beider Firmen rechneten damit, dass dieser Schritt nach dem Börsengang erfolge, so der Fernsehsender. Ein Analyst der Investmentbank Wedbush Securities beziffert die Wahrscheinlichkeit einer Fusion zwischen SpaceX und Tesla bis Anfang 2027 auf «80 bis 90 Prozent».Ein solcher Zusammenschluss würde Musk wohl eine weitgehende Kontrolle über ein 3-Billionen-Dollar-Firmenimperium ermöglichen. Die Marktkapitalisierung von Tesla beträgt 1,55 Billionen Dollar, und beim IPO von SpaceX peilt Musk einen Börsenwert von 1,75 Billionen Dollar an.Musk hält lediglich 20 Prozent des Aktienkapitals von Tesla und somit auch 20 Prozent der Stimmrechte. Dort sieht er sich regelmässig mit Kritik an seiner unkonventionellen Unternehmensführung und an seinem Vergütungspaket konfrontiert.Bei SpaceX dagegen ist kaum Opposition möglich: Musk verfügt dort über spezielle Stimmrechtsaktien, die ihm mit 85 Prozent die absolute Mehrheit sichern. Für den Fall, dass Musk eine Zusammenlegung von SpaceX und Tesla gelänge, könnte er fortan wohl auch beim Elektroautohersteller schalten und walten, wie ihm beliebt.Es wäre nicht das erste Mal, dass Musk Transaktionen zwischen Unternehmen einfädelt, die er selbst kontrolliert. Das sorgte bereits in der Vergangenheit für böses Blut.Eine Reihe von umstrittenen Transaktionen2016 kaufte Tesla den defizitären Solarinstallateur Solarcity für 2,6 Milliarden Dollar. Diesen hatten seine Cousins Lyndon und Peter Rive mitgegründet. Musk war damals bei Solarcity Präsident und grösster Aktionär. Einige Tesla-Aktionäre reichten eine Klage gegen Musk ein und machten geltend, es handle sich um eine Rettungsaktion für die klamme Solarcity. Das Gericht befand die Transaktion aber als «fair».2022 übernahm Musk privat für einen komplett überhöhten Preis von 44 Milliarden Dollar die Social-Media-Plattform Twitter. Er stemmte diese Akquisition zusammen mit anderen Aktionären und Kreditgebern. Wenig später wurde der Marktwert von Twitter – das Unternehmen heisst jetzt X – auf bloss noch 9 bis 10 Milliarden Dollar geschätzt.Trotzdem übernahm Musks KI-Unternehmen xAI im März 2025 X für einen Preis von 45 Milliarden Dollar einschliesslich Schulden. xAI bietet wie Open AI oder Anthropic einen KI-Chatbot an. Mit diesem Manöver bewahrte Musk die Investoren, die ihn bei der Twitter-Übernahme unterstützt hatten, vor massiven Verlusten.Und das stellte erst den Auftakt dar: Im Januar 2026 gab Tesla eine Investition in Höhe von 2 Milliarden Dollar in xAI bekannt: eine Transaktion, die gegen den Widerstand einiger Tesla-Aktionäre zustande kam.Wenige Wochen später übernahm SpaceX dann für 250 Milliarden Dollar xAI. Auch dieser Kaufpreis scheint hoch. Aus dem Börsenprospekt von SpaceX zumindest geht hervor, dass xAI (inklusive X) alleine im ersten Quartal einen operativen Verlust von fast 2,5 Milliarden Dollar einfuhr. SpaceX nutzt die massiven Cashflows aus dem Satellitengeschäft von Starlink also zur Querfinanzierung von xAI – das vorderhand ein Loch ohne Boden ist.Darüber könnte man hinwegschauen, wäre xAI eine besonders leistungsfähige KI, die stark genutzt würde. Doch laut dem neutralen Vergleichsdienst Chatbot-Arena, der in der Branche eine hohe Glaubwürdigkeit geniesst, liegen die Sprachmodelle von xAI hinter der Konkurrenz zurück: Jene von Anthropic, Open AI oder Google schneiden klar besser ab.Unausgelastete DatencenterxAI verfügt jetzt zwar über eigene KI-Datencenter mit gigantischen Kapazitäten, kann diese aber mangels Nachfrage nicht selbst auslasten. Seit kurzem vermietet xAI daher Rechenleistung an den Konkurrenten Anthropic, dessen Sprachmodell Claude besonders bei zahlenden Firmenkunden beliebt ist.Immerhin wäre ein Zusammengehen von Tesla mit SpaceX nach dem Börsengang weniger problematisch als Musks frühere Transaktionen: da beide Unternehmen einen Wert hätten, den der Markt festlegt und nicht er selbst.Zudem gibt es Gründe, die für eine Fusion sprechen. Einige Schlüsselpersonen sind für beide Firmen tätig. Etwa Charles Kuehmann, der die Materialforschung sowohl bei Tesla als auch bei SpaceX leitet.In Austin planen die beiden Firmen gemeinsam eine Halbleiterfabrik. Dort sollen Chips für Tesla-Autos und für Optimus-Roboter hergestellt werden, aber auch strahlungsresistente Prozessoren für SpaceX-Satelliten und KI-Datencenter im All. SpaceX ist zudem einer der grössten Abnehmer von Teslas Megapacks, also seiner Batteriebündel.Und wie bei SpaceX, wo den Investoren Marsexpeditionen und Rohstoffabbau auf Asteroiden versprochen werden, basiert auch ein Investment bei Tesla zunehmend auf Zukunftshoffnungen: Das Unternehmen ist an der Börse zwar mehr wert als Toyota, Volkswagen, Hyundai, BMW und Mercedes-Benz zusammen. Doch Tesla produziert nur einen Bruchteil der Autos dieser Konzerne.Musk sagt, dass langfristig 80 Prozent des Wertes von Tesla in der Robotik liege. Der humanoide Roboter Optimus steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. Konkreter ist das kostenpflichtige Fahrerassistenzsystem von Tesla, das sich auf KI abstützt. Es hat 1,3 Millionen zahlende Abonnenten und gute Margen.Trotzdem ist der weitaus grösste Teil des Börsenwertes von Tesla nicht durch Erlöse, sondern durch Hoffnung begründet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie liegt bei stratosphärisch hohen 400. Auch in dieser Hinsicht passen SpaceX und Tesla also gut zusammen.Passend zum Artikel
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Nach dem SpaceX-Börsengang könnte so ein Konglomerat mit einem Wert von über 3 Billionen Dollar entstehen. Dank speziellen Stimmrechten hätte der Multimilliardär wohl die absolute Kontrolle.








