Die Bundesregierung will mehr Biogas fördern, doch Mais ist umstritten. Ist Hirse eine Alternative?Grundsätzlich ja. Allerdings hat der Mais wegen der jahrzehntelangen Kultivierung in Deutschland züchterisch einen großen Vorsprung zur Hirse. Im Mais stecken 70 Jahre Erfahrung, um ihn an unsere Bedingungen anzupassen. Wir haben zwar heute schon ein paar Züchter, die angepasste Hirse-Sorten auf den Markt bringen, aber wir stehen noch ganz am Anfang.Bekommt der Hirse unser Klima?Wir haben die Sorghumhirse an fünf Standorten gepflanzt. Ein Standort liegt in Schwarzenau, östlich von Würzburg. Wir hatten hier schon vierzig Grad im Sommer und wochenlange Dürre, aktuell ist es wieder besonders trocken. Das Ergebnis: Die extremen Bedingungen hält die Hirse gut aus, in Jahren mit Hitze und Dürre ist die Hirse dem Mais jetzt schon überlegen. An kühleren Standorten und in nasseren Jahren war die Ernte nicht ganz so gut wie beim Mais.Warum erträgt sie Dürre und Hitze?Hirse durchwurzelt den Boden besser als Mais und kann sich Wasser und Nährstoffe auch auf leichten, sandigen Böden besser erschließen. Deshalb hat man schon vor hundert Jahren Körnerhirse in Deutschland angebaut. Die Bauern hatten auf einem kleinen Anteil ihrer Fläche Hirse gepflanzt, als Versicherung gegen extreme Trockenheit. Diese Strategie ist heute wichtiger denn je. Außerdem wird die Bodenqualität in einem heißeren, trockenen Klima wieder bedeutender: Hirse kann auch auf schlechteren Böden wachsen, sie braucht keine Spitzenböden – im Gegensatz zu Weizen und Mais.