Temu ist von der Europäischen Union zu einer Geldstrafe in Höhe von 200 Millionen Euro verdonnert worden, weil der chinesische Onlinehändler ​nach Ansicht der Wettbewerbshüter nicht genug gegen den Verkauf illegaler Produkte unternommen hat. Dies teilte die für Technologie ‌zuständige Regulierungsbehörde der EU am Donnerstag im Anschluss an den ersten Teil einer umfassenden Untersuchung mit.

Die Kommission setzte Temu zudem eine Frist bis zum 28. August, um einen Maßnahmenplan vorzulegen. „Mit dieser Entscheidung senden wir eine sehr starke Botschaft an Temu“, sagte die für Technische Souveränität zuständige EU-Kommissarin Henna ​Virkkunen.Suchtgefahr des Designs untersuchtDie Untersuchung, ob das Design der Temu-Dienste süchtig machend ist und ob generell illegale Produkte verkauft ⁠werden, werde fortgesetzt. ⁠In den kommenden Monaten könnten weitere Sanktionen folgen, als Ergebnis einer fast zweijährigen Untersuchung auf der Grundlage des Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA). Dieses verpflichtet große Online-Unternehmen dazu, ‌verstärkt gegen illegale und schädliche Inhalte auf ihren Plattformen vorzugehen.

​Verstöße gegen das ‌DSA können mit Geldstrafen von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden. Auch gegen Google geht die EU derzeit verstärkt wegen möglicher Verstöße gegen das Gesetz vor. Dem Unternehmen droht deshalb eine Rekordstrafe.Prüfung der Produkte ungenügendDie EU-Kommission wirft Temu vor, die Risiken durch auf seiner Plattform verkaufte illegale Produkte nicht sorgfältig genug zu bewerten. Zudem kritisiert die Brüsseler Behörde, dass Temu ‌nicht ausreichend prüfe, wie seine Empfehlungssysteme und Werbeprogramme durch Influencer die Risiken des Verkaufs illegaler Produkte verstärken könnten.