Wieder ist es zu Kampfhandlungen am Persischen Golf gekommen. Zwar ist von amerikanischer Seite von Selbstverteidigung die Rede. Inmitten stockender Verhandlungen erhöht Präsident Donald Trump so aber auch den Druck auf Teheran. Ein Regierungsvertreter in Washington teilte mit, die amerikanischen Streitkräfte hätten in der Nacht zu Donnerstag Ziele in Südiran angegriffen – trotz der Anfang April vereinbarten Waffenruhe zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen. „Die Maßnahmen waren maßvoll, rein defensiv und dazu bestimmt, den Waffenstillstand aufrechtzuerhalten“, sagte er.Das für die Region zuständige US-Zentralkommando (Centcom) schrieb auf der Plattform X am Donnerstag, man habe fünf Angriffsdrohnen abgeschossen, die Iran über der Straße von Hormus gestartet hatte. Diese hätten eine Bedrohung in und nahe der Meerenge dargestellt. Den Start einer sechsten Drohne habe man verhindern können.Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete Explosionen östlich der Stadt Bandar Abbas an der Straße von Hormus. Die iranische Luftverteidigung sei aktiviert worden. Bandar Abbas ist die Hauptstadt der Provinz Hormusgan und eines der wichtigsten militärischen Zentren Irans am Golf und der Straße von Hormus.Als Vergeltung für die Angriffe attackierte Iran nach Angaben des staatlichen Fernsehens am frühen Donnerstagmorgen einen amerikanischen Stützpunkt. „Nach der heutigen Aggression des feindlichen US-Militärs mit Luftschlägen auf einen Ort am Rande des Flughafens Bandar Abbas wurde der US-Luftwaffenstützpunkt ins Visier genommen, der als Ausgangspunkt des Angriffs diente“, zitierte das Fernsehen aus einer Erklärung der Revolutionsgarde.Angaben zum Ort des amerikanischen Stützpunktes wurden nicht gemacht. Allerdings meldete das mit Washington verbündete Golfemirat Kuwait, in dem US-Soldaten stationiert sind, Drohnen- und Raketenangriffe auf sein Land. „Die kuwaitische Luftverteidigung bekämpft derzeit feindliche Raketen- und Drohnenangriffe“, teilten die Streitkräfte des Landes auf der Plattform X mit.Trump droht OmanZuvor hatte Trump in einer öffentlichen Kabinettssitzung im Weißen Haus einen Bericht des iranischen Staatsfernsehens zurückgewiesen, wonach es einen inoffiziellen Entwurf für ein Abkommen zur Wiederherstellung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus gebe, nach dem Iran und Oman den Verkehr gemeinsam regeln sollten. „Niemand wird die Meerenge kontrollieren“, sagte der Präsident. „Es sind internationale Gewässer, und Oman wird sich wie jeder andere verhalten, oder wir müssen sie in die Luft jagen.“Die Drohung gegen Oman stellt eine rhetorische Eskalation dar. Die traditionell sehr verschlossene omanische Führung äußerte sich nicht dazu. Politische Beobachter wie der omanische Fachmann Abdullah Baabood äußerten hingegen Kritik. Er sprach etwa von einem „schwerwiegenden strategischen Fehler“. Eine der zuverlässigsten und vertrauenswürdigsten Brücken zu Iran zu beschädigen, schwäche die Diplomatie und schade der Glaubwürdigkeit der USA in der Region.Das Sultanat ist in der Vergangenheit immer wieder als Vermittler zwischen Teheran und Washington aufgetreten. Die Führung in Maskat unterhält gute Beziehungen zu Iran und ist um Neutralität bemüht. Beide Länder stehen in regelmäßigem Kontakt. Das Außenministerium in Maskat teilte vor einigen Tagen mit, man habe mit einer iranischen Delegation „eine Reihe von Grundsätzen“ erörtert, „die Freiheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus gemäß den Regeln des Völkerrechts“ zu regeln.Eine Parteinahme für ein iranisches Projekt wäre für Oman aber heikel, weil es enormen Unmut mächtiger Nachbarstaaten wie der Vereinigten Arabischen Emirate provozieren würde. Für sie wäre jeder iranische Zugriff auf den Schiffsverkehr ein Tabu.Trump sagte weiter, er mache sich keine Sorgen über die politischen Folgen eines anhaltenden Konflikts mit Iran. Teheran habe sich getäuscht, wenn es geglaubt habe, die Kongresswahlen im November würden ihn zu einem Abkommen zwingen. „Die Midterms interessieren mich nicht“, sagte Trump, der in den vergangenen Wochen immer wieder nahegelegt hatte, ein vorläufiges Abkommen mit Teheran sei so gut wie verhandelt. Zuvor hatte er mehrfach von Teheran eine bedingungslose Kapitulation verlangt.Trump machte ebenfalls deutlich, er fühle sich nicht wohl bei dem Gedanken, dass die iranischen Bestände an hochangereichertem Uran an China oder Russland übergeben werden könnten. Auch gehe es in den Gesprächen mit Iran nicht um die Lockerung von Sanktionen. „Nein, wir sprechen nicht über irgendeine Lockerung von Sanktionen“, sagte Trump im Weißen Haus.Der Verhandlungsstand für ein „Memorandum of Understanding“ sei noch nicht zufriedenstellend. Teheran wolle unbedingt ein Abkommen schließen, sagte er. Er sei aber damit bisher nicht „zufrieden“. Der Präsident bekräftigte, dass man entweder einen Deal abschließen oder weiterkämpfen werde. Dann werde man „die Sache zu Ende“ bringen.Trump wiederholte seine Forderung, Saudi-Arabien und Qatar müssten dem Abraham-Abkommen beitreten und ihre Beziehungen zum Staat Israel normalisieren. „Ich glaube, sie schulden uns das“, sagte er. Dann wandte er sich an seinen Sondergesandten Steve Witkoff und fragte ihn, ob es ihm gelingen werde, die Unterschriften aus Riad und Doha zu erhalten. Witkoff reagierte ausweichend: „Wir machen auf jeden Fall Druck.“Trump erwiderte daraufhin: „Ich bin nicht sicher, ob wir ohne deren Unterschrift einen Deal (zur Beendigung des Irankriegs) machen sollten.“ Saudi-Arabien und Qatar machen Zugeständnisse Israels an die Palästinenser mit Blick auf eine Rückkehr zur Zweistaatenlösung zur Bedingung für einen Beitritt zu den Abkommen.
Irankrieg: USA greifen Ziele in Iran an – Trump droht Oman
Abermals haben amerikanische Streitkräfte Ziele in Südiran angegriffen. Wieder heißt es, es sei um Selbstverteidigung gegangen. Iran übt Vergeltung.














