Interaktiv10-Millionen-Schweiz: So hat sich die Einwohnerzahl in Ihrer Gemeinde entwickeltDie Schweiz ist seit Anfang der 1980er Jahre um 42 Prozent gewachsen. Unsere interaktiven Karten zeigen für jede Gemeinde, wie stark die Einwohnerzahl gestiegen ist und wo der Ausländeranteil am meisten zugenommen hat.28.05.2026, 16.00 Uhr4 LeseminutenIllustration Anja Lemcke / NZZ9 153 829 Einwohner zählte die Schweiz laut einer Echtzeitschätzung des Bundesamts für Statistik (BfS) am Morgen des 28. Mai 2026. Bis am Nachmittag sind weitere 60 Personen hinzugekommen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Geht es nach der SVP, ist bei 10 Millionen Schluss. Mit ihrer Initiative, die am 14. Juni zur Abstimmung kommt, möchte sie die Bevölkerungszahl auf diese Zahl begrenzen.Die NZZ hat die Bevölkerungsdaten des BfS für alle Schweizer Gemeinden ausgewertet. Diese zeigen: Um eine 10-Millionen-Schweiz zu verhindern, müsste das Wachstum in vielen Gemeinden deutlich abnehmen. Allerdings ist die Einwohnerzahl nicht überall gleich stark gestiegen. Manche Gemeinden schrumpfen sogar.Klicken Sie auf unsere interaktive Karte, um zu sehen, wie sich Ihre Gemeinde seit 1981 entwickelt hat.Die sogenannten periurbanen Gemeinden, die ländlich geprägt sind, aber geografisch an Agglomerationen angrenzen, legten am meisten zu. Ihre Einwohnerzahl stieg gemäss Berechnungen der NZZ in weniger dicht besiedelten Lagen um 75 Prozent, in dichteren um 67 Prozent.Stark gewachsen sind auch zentral gelegene Landgemeinden mit schnellen Verbindungen in die nächste Stadt (plus 56 Prozent). Ein Beispiel ist Sempach im Kanton Luzern mit direktem Anschluss an die A 2. Die Bevölkerung hat sich dort zwischen 1981 und 2024 fast verdoppelt.Am dichtesten ballen sich die Wachstumsgemeinden zwischen dem Genfer- und dem Neuenburgersee. So hat sich in Gletterens im Kanton Freiburg die Zahl der Bewohner zwischen 1981 und 2024 von 200 auf knapp 1200 fast versechsfacht. Saint-Cergue im Kanton Waadt wuchs von 560 auf über 3000 Einwohner. Auch viele Orte zwischen dem Hallwiler- und dem Zugersee haben stark zugelegt.Dazwischen klafft jedoch eine Lücke. Im Jura und im Emmental haben viele Gemeinden Einwohner verloren.Zu den grössten Verlierern gehören jedoch kleine, periphere Berggemeinden zwischen Simplon-, Gotthard- und Oberalppass.: Zwischbergen südlich des Simplonpasses verlor 60 Prozent seiner Bevölkerung, Realp am Fuss des Furkapasses 40 Prozent.In den Städten fällt das Wachstum insgesamt geringer aus als auf dem Land. Die Stadt Zürich wuchs um 19 Prozent, Lausanne um 15. Basel und Bern haben sogar leicht Einwohner verloren. Unter den fünf grössten Städten liegt Genf vorne. Die Bevölkerungszahl ist dort um ein Drittel gewachsen.Die vergleichsweise tiefen Prozentzahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass einige Städte in absoluten Werten stark zugelegt haben. So sind in Zürich rund 71 000 Einwohner hinzugekommen.Zuwanderung treibt das BevölkerungswachstumGetrieben wird das Bevölkerungswachstum vor allem von der Migration, denn die Geburtenquote in der Schweiz ist mit 1,3 Kindern pro Frau zu tief für natürliches Wachstum. Seit 1981 stieg der Ausländeranteil in der Schweiz um 13 Prozentpunkte auf über 27 Prozent.Die zweite Karte zeigt, wie sich der Ausländeranteil in jeder Gemeinde seit 1981 verändert hat.Den stärksten Anstieg verzeichnet Täsch im Kanton Wallis: Der Ausländeranteil wuchs von unter 1 auf 61 Prozent. Täsch hat damit den schweizweit höchsten Ausländeranteil nach Paradiso bei Lugano. Hauptgrund ist die starke Zuwanderung aus Portugal. Viele Portugiesen arbeiten in den Hotels im benachbarten Zermatt, das für viele zum Wohnen zu teuer ist.Auffällig ist auch der zweisprachige Kanton Freiburg. In Bulle stieg der Anteil von 9 auf 44 Prozent. Die Stadt hat eine gute Verkehrsanbindung an die Genferseeregion bei gleichzeitig tieferen Mietpreisen.In der Deutschschweiz fallen St. Margrethen (SG) und Egerkingen (SO) mit besonders hohen Zuwächsen auf: In St. Margrethen stammt inzwischen mehr als jeder zweite Einwohner aus dem Ausland, in Egerkingen sind es 38 Prozent.Orte, an denen so gut wie keine Ausländer leben, gibt es auch zahlreiche in der Schweiz. Es handelt sich dabei aber überwiegend um Kleinst- und Berggemeinden wie etwa Unterschächen (UR) oder Simplon (VS).2041, 2033 – oder nieLaut dem «Referenzszenario» des BfS könnte die Schweiz erstmals im Jahr 2041 die Schwelle von 10 Millionen Einwohnern überschreiten, im hohen Szenario sogar schon acht Jahre früher. Stimmt die Mehrheit für die SVP-Initiative, müsste der Bundesrat die Zuwanderung also drastisch drosseln und möglicherweise das Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU kündigen.Es ist jedoch nicht sicher, dass die Schweiz 10 Millionen je erreicht. Das tiefe Szenario des BfS geht davon aus, dass die Bevölkerungszahl auf etwa 9,3 Millionen steigt und dann langsam wieder auf 9 Millionen zurückgeht. Das Beratungsbüro Demografik verweist unter anderem auf die niedrige Geburtenrate und den wachsenden internationalen Wettbewerb um Fachkräfte. Künftig könnte es für Schweizer Firmen schwieriger werden, Fachkräfte im Ausland zu rekrutieren. Seit 2024 ist die Nettozuwanderung zudem konjunkturbedingt rückläufig.Wie sich die einzelnen Gemeinden künftig entwickeln werden, ist noch offen. Das BfS erstellt Szenarien nur für die Gesamtschweiz und die Kantone, nicht auf Gemeindeebene. Wird die SVP-Initiative angenommen, droht allerdings Regionen, die ohnehin schwächer wachsen, ein Bevölkerungsrückgang.Passend zum Artikel