PfadnavigationHomePolitikAuslandKonflikt im Nahen Osten„In die Luft jagen“ – Trump droht US-Verbündetem OmanStand: 09:51 UhrLesedauer: 3 MinutenUS-Präsident Trump hat dem Oman im Streit um die Straße von Hormus offen gedroht, sollte das Sultanat dem Iran entgegenkommen. Damit rückt der Oman unerwartet ins Zentrum der Spannungen.In den Verhandlungen mit dem Iran zieht Trump eine klare Linie: Das hochangereicherte Uran darf weder nach Russland noch nach China gehen. Gegenüber dem Oman äußert der US-Präsident eine scharfe Drohung.US-Präsident Donald Trump hat dem mit den USA verbündeten Oman mit einem Angriff gedroht, sollte das Sultanat sich bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus auf die Seite des Iran stellen. Oman müsse sich „benehmen“, sagte Trump am Mittwoch bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus. Andernfalls müssten die USA „sie in die Luft jagen“.Trump war zuvor gefragt worden, ob er eine kurzfristige Vereinbarung akzeptieren würde, wonach der Iran und der auf der gegenüberliegenden Seite des Persischen Golfs gelegene Oman die strategisch wichtige Meerenge kontrollieren könnten. „Nein, die Meerenge wird für alle offen sein“, sagte der US-Präsident. „Das sind internationale Gewässer, und Oman wird sich verhalten wie alle anderen, oder wir müssen sie in die Luft jagen. Sie verstehen das, es wird ihnen gut ergehen.“Das Weiße Haus antwortete zunächst nicht auf die Frage der Nachrichtenagentur AFP, ob Trump sich versprochen und eigentlich den Iran statt Oman gemeint habe. Das US-Außenministerium veröffentlichte später allerdings einen Ausschnitt und ein Transkript der Äußerungen Trumps zu Oman – ohne Korrektur oder Klarstellung.Lesen Sie auchOman ist ein wichtiger Verbündeter der USA und hat versucht, im Iran-Krieg zu vermitteln. Der Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Seitdem ist auch die Straße von Hormus ein zentraler Streitpunkt. Durch die Meerenge wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweit verbrauchten Erdöls transportiert. Trump verwechselte bei derselben Kabinettssitzung offenbar auch den Iran mit Venezuela. So sagte er, Venezuela habe „keine Marine mehr, keine Luftwaffe mehr“ – eine Formulierung, die Trump wiederholt mit Blick auf den Iran verwendet hatte.Trump lehnt Übergabe von iranischem Uran an China oder Russland abTrump hat während der Kabinettssitzung zudem ablehnend auf Erwägungen reagiert, dass der Iran sein hochangereichertes Uran an Russland oder China übergeben könnte. Er würde sich mit einer solchen Lösung nicht wohlfühlen, sagte Trump. Weil Russland und China gute Beziehungen zum Iran pflegen, gehen Beobachter davon aus, dass Teheran im Zuge eines Abkommens mit den USA zustimmen könnte, einem der beiden Staaten sein Uran zu übergeben.Trump hatte am Montag auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, dass das Uran entweder an die USA übergeben oder „vor Ort oder an einem anderen akzeptablen Ort vernichtet werden soll, wobei die Atomenergiebehörde oder eine ihr gleichgestellte Stelle als Zeuge dieses Prozesses und Ereignisses fungieren soll“. Bisher hatte Trump gefordert, dass die USA die Kontrolle über die Uranvorräte des Iran übernehmen sollten. Diese werden unter den im vergangenen Jahr von US-Luftangriffen zerstörten Nuklearanlagen vermutet.Lesen Sie auchTrump machte in dem Treffen mit seinem Kabinett außerdem deutlich, dass die USA dem Iran in den Verhandlungen keine Lockerung von Sanktionen anbieten. „Nein, wir sprechen nicht über irgendeine Lockerung von Sanktionen“, sagte der Republikaner. Auch über Gelder, die der Iran für sich beanspruche, habe man im Moment weiter die Kontrolle. Trump war von einer Reporterin gefragt worden, ob die USA erwägen, Sanktionen gegen den Iran zu lockern, damit das Land wieder sein Rohöl verkaufen darf.AFP/dpa/AP/jho