Muskeln sind mehr als ein Bewegungsapparat: Sie beeinflussen Stoffwechsel, Entzündungen und Krankheitsrisiken. Schon wenig Training kann messbare Effekte haben. Entscheidend ist nicht der perfekte Trainingsplan, sondern regelmäßige Belastung – und die beginnt oft früher, als viele denken.Hier können Sie die Folge direkt hören:Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:In der aktuellen Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ geht es um die Frage, warum Muskeltraining medizinisch so wirksam sein kann. Stephan Geisler, Professor für Fitness und Gesundheit an der IST-Hochschule in Düsseldorf , beschreibt den Muskel als großes, stoffwechselaktives Organ, das sich besonders gut trainieren lässt. Lange galt Muskulatur vor allem als Voraussetzung für Bewegung und Wärmeproduktion. Heute ist klar: Bei jeder Kontraktion werden Prozesse ausgelöst, die weit über Kraft und Aussehen hinausgehen.Muskeln setzen unter Belastung winzige Vesikel frei, die unter anderem Proteine, mRNA-Moleküle und sogenannte Myokine enthalten. Diese hormonähnlichen Botenstoffe können im Körper verschiedene Vorgänge regulieren, darunter Entzündungsreaktionen. Das ist relevant, weil viele chronische Erkrankungen mit lang anhaltenden Entzündungsprozessen verbunden sind.Bei welchen Krankheiten Bewegung helfen kannDie Evidenz für Sport und Muskeltraining ist inzwischen breit. Genannt werden unter anderem Demenz, Typ-2-Diabetes, Adipositas, metabolisches Syndrom, Bluthochdruck, nicht alkoholische Fettleber, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Osteoporose und bestimmte Krebsarten wie Darmkrebs. In manchen Bereichen kann regelmäßige Bewegung demnach stärker wirken, als viele erwarten würden. Welche Mechanismen dahinterstehen, wird in der Folge nur angerissen – gerade darin liegt ein Teil der offenen Fragen.Entscheidend ist auch die Dosis. Die häufig genannten 10.000 Schritte pro Tag werden als Mythos eingeordnet; schon etwa 7000 Schritte können gesundheitsrelevant sein. Die WHO empfiehlt 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, etwa zügiges Gehen, ergänzt durch zweimal wöchentliches Krafttraining. Für Muskeltraining zeigen Übersichtsarbeiten bereits bei 30 bis 60 Minuten pro Woche deutliche Effekte auf Krankheitsrisiken und Gesamtsterblichkeit.Warum der erste Effekt sofort messbar sein kannManche Reaktionen treten unmittelbar auf. Bei erhöhtem Blutzucker etwa kann Krafttraining dazu beitragen, Zucker aus dem Blut zu verbrauchen. Langfristige Anpassungen brauchen dagegen Wochen, Monate oder je nach Erkrankung länger – und bleiben nur erhalten, wenn Bewegung Teil des Alltags wird.Der Einstieg muss nicht kompliziert sein: Treppensteigen, Kniebeugen, Liegestütze an einer Erhöhung oder kurze Belastungen im Alltag zählen bereits. Wichtig ist, die Muskeln regelmäßig spürbar zu fordern. Was dabei im Körper genau passiert – und warum jede Kontraktion zählt –, erklärt die Folge ausführlicher.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.