Wie das neue Blatten aussehen wird, kann niemand sagen. Doch was es ausmachen könnte, zeigt sich schon heute.Auf diesem Rundgang durch Blatten geht es nicht darum, was zu sehen ist. Im Gegenteil. Es geht darum, was nicht mehr da ist. Oder noch nicht.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Auf einer steilen, unbefestigten Strasse parkiert Fernando Lehner seinen Geländewagen, steigt aus und schaut einen Abhang hinunter. «Das ist das Dorfzentrum von Blatten gewesen.» Jetzt liegt hier ein Berg, ein Gletscher, ein zertrümmertes Dorf. All das hat sich zu einer graubraunen Masse vermengt und die Talsohle aufgefüllt. Neben dem Dorfzentrum schimmert das Wasser des Sees, der sich hier gebildet und die intakten Häuser geflutet hat.Beim Anblick der Schuttwüste werde einem übel, sagt Fernando Lehner, der Chef der Aufbaukommission von Blatten.Nur zwei Holzkreuze ragen aus der Halde hervor. «Da war die Kirche», sagt Lehner und zeigt auf das erste. «Und hier lag der Friedhof.» Zu Füssen der beiden Kreuze flackern Grabkerzen. Zur Erinnerung. Und zur Orientierung.Wo Lehner jetzt steht, haben in den vergangenen Monaten viele Bewohner von Blatten gestanden. Einige haben ihr Tal nicht wiedererkannt und in der Schuttwüste nach vertrauten Plätzen gesucht. Nach ihren Häusern, der modernen Kirche, auf die man im Dorf so stolz war. Sie haben nichts gefunden.In den Tagen und Monaten nach dem Bergsturz, als nur Sicherheitskräfte und Journalisten nach Blatten durften, haben sich vor allem Kinder und Alte immer wieder erkundigt: «Das Platzhuis ist auch weg?» – «Ja.» – «Das Hotel Nest- und Bietschhorn im Ried?» – «Im Ried ist gar nichts mehr.» – «Und was ist mit der Kirche?»Das alte Blatten war auf Felsen gebaut und von schmalen Gassen durchzogen. Es sah aus wie eine alpine Trutzburg, mit der Kirche als Zentrum. Und tatsächlich sagten die alten Leute bei Unwettern und Lawinen bis zuletzt, die Kirche von Blatten sei der sicherste Ort im Tal. Doch jetzt ist die Burg geschliffen.Was der Bergsturz nicht in Sekundenbruchteilen zermalmt hat, holte sich später das Wasser. Demnächst sollen die gefluteten Häuser abgerissen werden.Hinter sich am Hang zeigt Lehner auf einen Bildstock, ein kleines Heiligtum, das Antonius von Padua geweiht ist. Bis zum Bergsturz war es von einem Schutzwald umgeben. Der Wald ist weg, Antonius ist noch da. Er wird von jenen angerufen, die etwas verloren haben.Fernando Lehner lebt im Nachbardorf von Blatten, war dort Gemeindepräsident und leitete im Lawinenwinter 1999 den Krisenstab. Später, als CEO der Matterhorn-Gotthard-Bahn, musste er Unwetter und Murgänge bewältigen. Er hat keine Gnadenbeweise mehr nötig, für ihn ist ein neues Blatten keine Vision, sondern ein Projekt. Eines, dem er sich als Chef der Aufbaukommission verschrieben hat.Lehner steigt in seinen Geländewagen und fährt den Hang hinunter, dort gebe es noch mehr zu sehen.MasterplanMatthias Bellwald, der Gemeindepräsident von Blatten, sprach schon wenige Stunden nachdem sein Dorf verschüttet worden war, vom Wiederaufbau. Als das Ausmass des Bergsturzes allmählich begreifbar wurde und Bellwald seine Appelle unvermindert fortführte, hiess es mancherorts, Bellwald hänge Illusionen nach, unter dieser kahlen Felswand könne niemand sicher sein. Überhaupt, hiess es in einigen Medien, müsse man nach Blatten darüber diskutieren, ob die Schweiz gefährdete Bergdörfer vielleicht aufgeben sollte.Im Lötschental berühren diese Diskussionen die Identität der Einwohner. Es war – und es ist – ihr Stolz und Selbstverständnis, sich selbst unter widrigen Bedingungen eine Existenz im Tal abzutrotzen. Und doch wurden diese Zweifel auch hier in den vergangenen zwölf Monaten immer wieder geäussert. In den Beizen, vor allem aber an den Küchentischen.Fernando Lehner hat seinen Wagen wenige hundert Meter hinter dem Schuttkegel abgestellt. Hier, sagt er, habe man «eine andere Perspektive» auf das Dorf. «Wenn man dort steht, wo die Kirche war, wird einem schlecht, aber wenn du dich hier umsiehst, schaust du in eine heile Welt.» Das hier – er deutet auf die grünen Wiesen ringsum – sei «potenzielles Bauland». Er klingt jetzt nicht mehr wie ein Krisenmanager, sondern wie ein Pionier.Aufbau-Chef Lehner unterwegs auf der Notstrasse, die ins zerstörte Blatten führt.Wenige hundert Meter hinter dem Schuttkegel liegt der Weiler Eisten, eine «heile Welt», wie Lehner sagt.Seit dem Bergsturz haben die Behörden im Lötschental und im ganzen Kanton ihren ambitionierten Zeitplan für den Wiederaufbau eingehalten. Das sogenannte Blatten-Dekret, das der Walliser Staats- und der Grossrat beschlossen haben, machte das möglich. So blieb kaum Gelegenheit sich in Zweifeln zu verlieren. Lehner sagt, das Tal habe eine historische Katastrophe erlebt, nun würden historische Chancen warten. «Wie oft haben Architekten und Ingenieure schon die Gelegenheit, ein neues Dorf zu planen?»Im Herbst wurde eine neue Gefahrenkarte präsentiert. Seither ist klar: Das neue Blatten muss auf 14,2 Hektaren Platz haben. Das alte Dorfzentrum kann wieder besiedelt werden. Andere Flächen sind verloren. Darunter sind Ortsteile, die zuletzt sehr gefragt waren. Wichtige Fragen für den Wiederaufbau hat die Gemeinde bereits geklärt: Vorhandenes Bauland wird von der Gemeinde zugeteilt. Ende Jahr muss der Masterplan für das neue Blatten stehen. Zuerst werden die Standorte der öffentlichen Gebäude definiert. Bereits im Bau ist eine Seilbahn in den Weiler Weissenried, der intakt blieb. 2029 wird die neue Kantonsstrasse eröffnet – es ist für jene, die ihr Haus verloren haben, auch das frühestmögliche Ende ihres Exils.In den vergangenen Monaten konnten die Einwohner von Blatten ihre Ideen für das neue Dorf einbringen. Sie wollen eine Kirche, einen Dorfplatz, eine autarke Energieversorgung. Das neue Blatten, sagt Lehner, werde ein Dorf nach «modernsten Standards». «Die Übergangsphase wird hart, aber in zwanzig Jahren wird Blatten florieren und Platzprobleme bekommen.»In dieser Aufbruchstimmung relativiert sich für Lehner sogar der Anblick der Schuttwüste und die Gefahr, die von den Bergen um Blatten ausgehen könnte. Derzeit wird der Öigstchummugletscher oberhalb der Fafleralp beobachtet, Ende Monat will die Gemeinde informieren, ob der Zugang zu den Alpen weiter hinten im Tal in diesem Sommer sicher ist. Lehner sagt, man nehme diese Gefahren ernst, eine Bedrohung für das Gesamtprojekt sieht er allerdings nicht.Was den Schuttkegel betrifft, ist er ebenso zuversichtlich. Wo das alte Dorfzentrum von Blatten stand, könnte auch das neue entstehen. Weiter vorne auf dem Schuttkegel, wo früher grosse Matten lagen, wurde bereits ein Pilotprojekt zur Rekultivierung gestartet.Weissenried liegt oberhalb des Schuttkegels und blieb vom Bergsturz weitgehend verschont. Bevor die Bewohner des Weilers zurückkehren können, müssen die Fassaden der Häuser gereinigt werden.Tatsächlich beschränkt sich dieser Pioniergeist nicht bloss auf die Gemeinde oder die Aufbaukommission. Experten aus dem ganzen Land sind involviert. Auch die Stararchitekten von Herzog und de Meuron haben ihre Hilfe für den Wiederaufbau angeboten. Speziell diese Nachricht hat man im Lötschental mit Genugtuung aufgenommen. Es ist dasselbe Architekturbüro, das vor zwanzig Jahren eine Diskussion über «alpine Brachen» anstiess und dabei vorschlug, wirtschaftlich nicht lukrative Alpentäler zu entvölkern. Darunter das Lötschental.Nun könnte dasselbe Tal jedoch vom Krisengebiet zum Innovations-Hub werden. Es scheint, als ob der Bergsturz hier in mehrfacher Hinsicht eine neue Zeitrechnung markierte.Die Arche in der ArcheVor über einem Jahrhundert kamen die Leute aus anderen Gründen ins Tal. Volkskundler dokumentierten die Bräuche und die Lebensweise der Bergbauern und erforschten ihre Ursprünge. In ihren Schilderungen schweiften sie gelegentlich ins Mythische ab. Die Talbewohner, so lautete eine These, könnten von den Sarazenen abstammen, die im Frühmittelalter plündernd durch das Wallis zogen. So fremd erschienen sie ihnen.Später kamen Maler und Dichter. Maurice Chappaz, Psalmist des alten Wallis und Kritiker des modernen Tourismus, hat einmal geschrieben: «Das Lötschental, das ist die Arche in der Arche.» Hier fand Chappaz seine eigenen Ideale verwirklicht. Eine Gesellschaft von genossenschaftlich organisierten, gottesfürchtigen Bauern, die sich nach der Natur richten und sie einbinden, anstatt sie auszunehmen. Nicht nur für ihn war das Tal ein Gegenentwurf zur Moderne. Und damit immer auch eine Projektionsfläche.Schon Ende Jahr soll eine Seilbahn den Weiler Weissenried erschliessen und seinen Bewohnern eine Rückkehr erleichtern.Die Talbewohner wandten sich trotz diesen Zuschreibungen allmählich der modernen Welt zu, schlau genug, sich all die Überhöhungen von aussen zunutze zu machen. Schon vor Jahren etablierten sie den Slogan vom «magischen Tal» und lockten damit Touristen an.Ein Jahr nach dem Bergsturz beschäftigen die Menschen im Tal allerdings andere, zutiefst menschliche Themen. Sie sprechen über die Natur, die sich verändert. Über Verlust und Heimweh. Eine ältere Frau erzählt, dass sie in Gedanken manchmal immer noch ihre Dorfrunde mache: von ihrem Haus zur Lonza, dann auf den Friedhof und von dort ins Lädeli. «Aber zu oft darf ich diese Runde nicht machen.» Sonst erdrücke es einen.Selbst für die glühendsten Befürworter des Wiederaufbaus ist klar, dass das alte Blatten verloren ist. Im Lötschentaler Museum in Kippel, zwei Dörfer vom Schuttkegel entfernt, hat Rita Kalbermatten diesen Verlust kuratiert. Im zweiten Stock laufen die letzten Vorbereitungen für die grosse Vernissage im Juni.Kalbermatten stammt selbst aus Blatten, und obwohl ihr Haus noch steht, ist es verloren. Sie gerät ins Schwärmen, wenn sie von der Aussicht erzählt, die sie von ihrer Küche aus auf die Lötschenlücke hatte. Oder von den Nachbarskindern, die ihr morgens zuwinkten und ihre neuen Kleider am Fenster zeigten. Doch ihre Stimme verlangsamt sich, wenn sie beschreibt, wie Schlamm und Schimmel ihr Haus eingenommen haben.Was der Bergsturz vom 28. Mai 2025 nicht innert Sekundenbruchteilen zermalmt hatte, holte sich das Wasser. Es staute sich hinter dem Schuttkegel, flutete die verbliebenen Häuser, verbog sie, als wären ihre Wände aus Karton. Am Ende holte das Wasser ihr Innenleben heraus: Kinderspielzeug, Familienfotos, Decken, Trachten.Einige dieser Erinnerungsstücke konnten gerettet werden und sind nun Teil der neuen Ausstellung von Kalbermatten. In den vergangenen Monaten hat sie mit den Besitzern lange Gespräche geführt. Es sei sehr schmerzhaft gewesen, sagt sie. «Aber auch befreiend.»Zu sehen ist in der Ausstellung eine alte Tracht, eine über mehrere Generationen vererbte Kuhglocke, ein Kruzifix. Sogar ein Brautkleid.Ein Brautkleid, das dem See entrissen wurde, und eine vererbte Kuhglocke, die aus der Lonza gebaggert wurde, sind nun im Lötschentaler Museum zu sehen. Im Schaukasten neben dem Brautkleid ist zudem ein weiteres Relikt zu sehen: ein Taufkleid.Eine Tafel in der Ausstellung trägt den Titel «Das verlorene Stück» und beschreibt eine alte Dorfansicht des Schweizer Malers Karl Anneler. Kalbermatten hat dieses Bild vor Jahren für sich gekauft; es zeigte nicht bloss ihr Heimatdorf und das Haus, in dem ihre Grossmutter lebte, sondern auch ihr Geburtshaus. Zusammen mit den Orten, die es zeigte, wurde auch das Bild zerstört. Es hing bis zum Bergsturz über Kalbermattens Esstisch. Ihr Haus steht immer noch unter Wasser. «Das Bild liegt in der Sauce.»Irgendwann will Kalbermatten vielleicht eine Kopie anfertigen lassen. «Aber jetzt noch nicht.» Sie hat in diesen Tagen eine neue Wohnung bezogen, unten im Rhonetal. Dort, in ihrem neuen Zuhause, will sie nun erst einmal ankommen. Nur etwas Kleines hat sie mitgenommen.Kalbermatten krempelt ihren linken Ärmel hoch. Sie hat sich das Bietschhorn auf ihren Unterarm tätowieren lassen. «Dieses Bild», sagt sie dann und streicht mehrmals mit der flachen Hand über das Tattoo, «kann mir niemand nehmen.»Weihnachten im MaiEs sind vor allem die Dorfvereine, die der entwurzelten Bevölkerung in dieser Zeit Halt geben. Der Jugendverein und die Musikgesellschaft Fafleralp haben kürzlich ihre neuen Vereinsfahnen eingeweiht. Wenige Tage später wurden die Musikanten am Eidgenössischen Musikfest in Biel Schweizer Meister. Doch dieser Tag gehört den Herrgottsgrenadieren, die an hohen kirchlichen Feiertagen durch Blatten gezogen sind.Schon seit dem frühen Morgen geht Raphael Rubin mit zügig leichten Schritten auf und ab. Er ist der Kommandant der Herrgottsgrenadiere und hat seine Leute in den Gemeindesaal von Ferden eingeladen, dem ersten Dorf im Tal. Die Grenadiere verkörpern das religiöse und kulturelle Erbe der Talschaft. Ihre Uniformen und Karabiner haben sie beim Bergsturz verloren. Heute erhalten sie neue. Auf den Klingen der Säbel ist das Datum der Katastrophe eingraviert.Rubin hat alle Karabiner, Säbel, Waffenröcke und Käppis sortiert und bereitgelegt. Als er einem Grenadier erklärt, wo er sein restliches Material fassen kann, sagt der: «Du, das ist hier ja fast wie an Weihnachten.»Raphael Rubin, der Kommandant der Herrgottsgrenadiere, will zurück nach Blatten. Doch auch im Exil will er für seine Kinder ein normales Leben.Rubin ist dreifacher Familienvater und im vergangenen Jahr zweimal umgezogen. Er weiss, wie wichtig ein Zuhause für die eigenen Kinder ist. Wo er jetzt wohnt, nicht weit vom Ferdner Gemeindesaal entfernt, kann er mit seiner Familie bleiben. Bis die Rückkehr nach Blatten möglich ist. Zwar will die Familie zurück, aber Rubin sagt auch, seine jüngste Tochter sei sechs Jahre alt und fast so lange werde sie voraussichtlich nicht in Blatten wohnen. «Diese Jahre sind ein wichtiger Teil ihrer Kindheit, es gibt dafür keine Pausetaste.»Im Gemeindesaal von Ferden treffen immer mehr Grenadiere ein. Sie probieren ihre neuen Uniformen an, diskutieren in Unterhosen mit ihren Kollegen, machen Sprüche über ihren Bauchumfang. Es herrscht eine Stimmung wie in der Kabine eines Fussballklubs. Man zelebriert ein Stück Normalität, auch wenn es ein aussergewöhnlicher Tag ist. Im hinteren Teil des Saals nimmt Rubin seine Frau in den Arm. Auch sein Sohn ist da und schlägt seine Arme um die Hüften seiner Eltern.Eine Stimmung wie in einer Mannschaftskabine: Anprobe für die Herrgottsgrenadiere von Blatten.Später sagt Rubin, seiner Familie gehe es inzwischen besser. In den ersten Monaten nach dem Bergsturz sei die Ungewissheit gross gewesen. Nun sehe man, dass es vorwärtsgehe, dass es eine Perspektive gebe. «Ich nehme vielerorts Aufbruchstimmung wahr.»Ein anderer Dorfbewohner sagt, an einem Tisch mit vier Blattnern erhalte man derzeit ebenso viele Stimmungsbilder. Einige haben bereits Wohnungen ausserhalb der Gemeinde gekauft und sich gegen eine Rückkehr entschieden. Andere, vor allem Betagte, fragen sich, ob sie das neue Blatten noch erleben werden. Viele junge Familien wollen zurück, wie die Rubins.Bis zur Industrialisierung war Blatten eine Gesellschaft von Selbstversorgern. Sie lebten in vielen kleinen Streusiedlungen. Bis sie sich, bedrängt von Lawinen und Murgängen, zusammentaten, in einem Hauptdorf und mehreren Weilern. Dass man aufeinander angewiesen ist: Dieses Bewusstsein hat das alte Blatten begründet. Nun entsteht ein neues. Was für ein Dorf wird es sein?Die Behörden und die Vereine treiben derzeit eine Dynamik voran und werden wiederum selbst davon angetrieben. Erst war es die Gemeinde, die vom Wiederaufbau sprach, dann beschlossen die Vereine weiterzumachen. Nun organisieren sie immer neue Aktivitäten. Nächste Woche planen die Herrgottsgrenadiere wieder eine Fronleichnamsprozession auf dem eigenen Territorium. Dieser Feiertag ist ein wichtiger Fixpunkt im Jahreslauf. In diesem Jahr ist die Prozession noch bedeutender, sie wird zu einer Kundgebung für den Wiederaufbau.Wie das neue Blatten aussehen und wie viele Einwohner es haben wird, kann niemand sagen. Sicher ist aber schon jetzt: Die Zugehörigkeit zum Dorf wird nicht mehr bloss vererbt. Sie entsteht durch den persönlichen Entschluss.In diesem Sinn wird das neue Blatten nicht mehr bloss eine Gemeinde sein, die die Natur zusammengeschweisst hat, sondern ein Willensdorf.Eine Schweiz im Kleinen.Blatten vor der Katastrophe: Der Verlust, sagt eine alte Dame, könne einen manchmal fast erdrücken.Passend zum Artikel