„Muss denn immer erst Druck aufgebaut werden?“, fragt sich Heike Ahnert, Chefin der Dresdner CDU-Fraktion im Rathaus. Denn nach viel Hin und Her und weiteren Testphasen über die Adventszeit wurde die Verringerung der Autospuren auf der Marienbrücke nun von Oberbürgermeister Dirk Hilbert persönlich abgeblasen.

Zuvor hatte sein Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) immer wieder für die Wegnahme einer Autospur Richtung Innenstadt geworben. Die Autos hätten die Bahngleise nicht mehr überfahren dürfen. Die Straßenbahn hätte so freie Fahrt bekommen, die Autos auf einer verbleibenden Spur – mit Abbiegespuren an der Kreuzung – hätten im Stau gestanden. Untersuchungen der Stadt hätten das Szenario nicht bestätigt, so Kühn. Die Verzögerung sei marginal. Doch die täglichen Brückennutzer wie Taxifahrer oder auch Stadtrat Holger Zastrow (Team Zastrow) berichteten eindringlich anderes.

Stau bei hohem Verkehrsaufkommen

Beobachten konnte man das in der Adventszeit, wo die Spureinschränkung schon für mehrere Wochen griff, um den Adventsverkehr zu steuern. Doch als Dauerlösung? Dagegen gab es eine breite Abneigung unter den konservativen Ratsfraktionen und den Dresdnern. Zudem hat sich das Verkehrsaufkommen auf der Marienbrücke als Ausweichstrecke für die eingestürzte Carolabrücke um 30 Prozent erhöht. Täglich überqueren fast 37.000 Fahrzeuge die Brücke. Geändert hat das am Vorhaben des Baubürgermeisters erstmal nichts. Erst als die Polizei jetzt Bedenken äußerte, zog OB Hilbert die Reißleine.