Als im Hochsicherheitsgerichtssaal von Verden-Eitze das Urteil gegen Daniela Klette fiel, reagierten Unterstützer mit Buh-Rufen und Parolen. „Freiheit für Daniela Klette“, riefen sie. Vor dem Gericht hatten sich Menschen mit Transparenten versammelt, die Botschaft aus dem Solidaritätsumfeld lautete: 13 Jahre Haft seien 13 Jahre zu viel. Für diese Szene ist Klette bis heute politische Gefangene, Genossin, Galionsfigur.

Das Landgericht Verden sah in ihr etwas anderes: Die frühere RAF-Terroristin wurde am Mittwoch zu 13 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sprach die 67-Jährige unter anderem des besonders schweren Raubs in sechs Fällen schuldig. Hinzu kamen Verstöße gegen Waffengesetze, erpresserischer Menschenraub und räuberische Erpressung. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht.

„Fahndung und Verfahren sind politisch bestimmt“

Der Prozess in Verden drehte sich nicht um die alten Anschläge der RAF. Angeklagt war Klette wegen einer Serie von Überfällen nach deren Auflösung. Nach Überzeugung der Strafverfolger hatten Klette, Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub zwischen 1999 und 2016 Geldtransporter und Supermärkte überfallen, um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren. Auch Garweg und Staub werden der früheren RAF zugerechnet. Beide sind weiter flüchtig.