An der internationalen Montessorischule in München lernen genauso viele Kinder mit Fluchtbiografie wie Einheimische. Kann nicht gut gehen? Von wegen!
E s ist ja nicht so, als hätte man hier nur Spaß. Schule bleibt Schule. Mit allem, was dazugehört: Deklinationen, Turnen, Gleichungen und Winkel. Über die Winkel einiger Dreiecke beugt sich gerade eine Schülerin der 10V1, ziemlich unglücklich wirkt sie. „Ich versteh’ das nicht“, klagt sie. Es geht um die Ähnlichkeit von geometrischen Figuren. Christiane Wagner, die Klassenlehrerin, nimmt sich einen Stuhl und setzt sich zu der Schülerin an den Tisch. Geduldig fängt sie an zu erklären: „Weißt du noch, wie die Winkelsumme im Dreieck ist?“
Die Tische im kaum mehr als wohnzimmergroßen Klassenzimmer der 10V1 der internationalen Montessorischule in München bilden ein Hufeisen. An die Pinnwand sind Karten mit „Lerntipps“ geheftet: „To-do-Listen schreiben und abhaken“, „Youtube-Videos schauen“, „Laut vorlesen, damit man es besser versteht“, „Viel Wasser trinken“. Am anderen Ende des Klassenzimmers sitzen zwei Jugendliche und diskutieren auf Dari die Geometrieaufgabe. Andere sind mit Mathe bereits fertig, packen ihre Deutschsachen aus. „Generell sind sie schon sehr motiviert“, sagt Wagner über ihre Klasse.






