Die Debatte über den richtigen Umgang mit sozialen Medien im Kindesalter spaltet die politische Landschaft zunehmend. Ausgelöst durch den Vorstoß Australiens für eine strikte Altersgrenze von 16 Jahren für Plattformen wie TikTok und Instagram wächst auch hierzulande der Druck. Laut einer Umfrage des Bayerischen Forschungsinstituts für digitale Transformation sind zwei Drittel der Bundesbürger für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) warnt jedoch vor staatlicher Überregulierung. Er will die Erziehungsberechtigten in die Pflicht nehmen.

Dobrindt zeigt sich gegenüber den Rufen nach gesetzlichen Auflagen skeptisch. Zwar sehe er die unbestreitbaren Risiken von Social Media, sagte er der Funke-Mediengruppe. Doch die Grundsatzentscheidung, ab wann ein Kind ein Mobiltelefon erhalte und welche Apps darauf laufen, liege nicht beim Staat.

Der Politiker verweist auf existierende technische Kontroll- und Begleitoptionen für Eltern. Eine Kindersperre hält er für kaum durchsetzbar und so für wenig zielführend. Die Probleme ließen sich nicht lösen, indem der Staat Medien verbiete, die längst in das Informationsverhalten und den Alltag der Gesellschaft eingedrungen seien. Staatliches Handeln funktioniere an dieser Stelle nicht ohne die aktive Begleitung durch die Familien.