Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will laut einem Medienbericht bei der Reform der Pflegeversicherung die Beiträge für Kinderlose erhöhen. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) in seinen Dienstagsausgaben unter Berufung auf Koalitionskreise berichtet, soll laut Warkens Plänen der Beitragszuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte auf dann 0,7 Prozent steigen.Versicherte ohne Kinder sollten den Angaben zufolge künftig ab einem Alter von 23 Jahren insgesamt einen Beitragssatz von 4,3 Prozent zahlen. Bei Versicherten mit Kindern bliebe es dagegen bei den bisherigen Sätzen von 3,6 Prozent (ein Kind), 3,35 Prozent (zwei Kinder) und 3,1 Prozent (drei Kinder), schreibt das RND.Warkens Ministerium wollte dies auf dpa-Anfrage nicht bestätigen, sondern verwies auf ein kommendes Gesamtkonzept. Wann dies vorgelegt wird, blieb offen. Zustimmung aus der SPD Die SPD-Fraktion im Bundestag zeigt sich offen für Warkens Vorschlag. „Die soziale Pflegeversicherung steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher Christos Pantazis den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Deshalb müssen wir offen über eine langfristig tragfähige und solidarische Finanzierung sprechen. Dabei ist es legitim, unterschiedliche Stellschrauben zu diskutieren – auch die Frage eines höheren Beitrags für Kinderlose.“ Empfohlener redaktioneller Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können. Eine umfassende Strukturreform könne dies jedoch nicht ersetzen. „Es wird keine einzelne Maßnahme geben, die die strukturellen Finanzierungsprobleme allein löst“, sagte Pantazis weiter. Dazu gehöre insbesondere auch ein fairerer Ausgleich zwischen sozialer Pflegeversicherung und privater Pflegepflichtversicherung. Kosten für Pflegeheimbewohner sollen steigen Ministerin Warken rechnet in der Pflegeversicherung in den kommenden beiden Jahren mit einem Defizit von zusammen 22,5 Milliarden Euro, sollten Reformen ausbleiben. Ihren Gesetzentwurf für die Pflegereform will sie noch vor der Sommerpause vorlegen.Bekannt ist bereits, dass Warken unter anderem bei den Zuschüssen für die Heimunterbringung sparen will, was zu deutlichen Zusatzkosten für die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen führen würde. Auch droht ein generell erschwerter Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung. DGB kritisiert mögliche höhere Pflegebeiträge Von Verbänden kommt Kritik. Etwa der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) spricht sich gegen höhere Beiträge für Kinderlose aus. „Kinderlose zum wiederholten Male mit höheren Beiträgen dafür bestrafen zu wollen, dass sie – aus welchen Gründen auch immer – keine Kinder haben, löst die strukturellen Probleme der Pflegeversicherung absehbar nicht“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel dem RND. Kinderlose Menschen würden ohne Not diskriminiert, kritisierte DGB-Vertreterin Piel. „Pflege muss bezahlbar werden und darf nicht länger zu Altersarmut führen, dafür müssen Pflegebedürftige endlich von steigenden Eigenanteilen entlastet werden“, forderte sie. Leistungskürzungen lösten das Reformversprechen nicht ein. (AFP/dpa/Tsp)
„Kinderlose bestrafen“: Kritik an Pflege-Reformplänen von Gesundheitsministerin
Gesundheitsministerin Warken will einem Medienbericht zufolge bei der Pflegereform auch die Beiträge für Kinderlose erhöhen. Die SPD-Bundestagsfraktion zeigt sich offen, vom DGB kommt Kritik.











