Sponsored TopicWenn Politik die Märkte treibtAktienmärkte reagieren empfindlich auf politische Schlagzeilen: Spannungen und Entscheidungen lösen Kursschwankungen aus, Waffenstillstände oder Verhandlungen nähren dagegen Zuversicht. Für Anleger stellt sich die Frage, wie viel Risiko sie tragen wollen – und ob ihre Strategie noch passt.Erstellt im Auftrag von Migros Bank25.05.2026, 00.05 UhrEin politischer Schock genügt, um ganze Marktsegmente in Bewegung zu setzen.Bahar BüyükkavirOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Dieser Inhalt wurde von NZZ Story Lab im Auftrag von Migros Bank erstellt. Der Auftraggeber trägt die redaktionelle Verantwortung für diesen Beitrag. Hier geht es zu den NZZ-Richtlinien für Native Advertising.Historisch gesehen, führen geopolitische Schocks zunächst zu Verunsicherung an den Märkten, bevor sich der Fokus wieder auf Gewinne, Zinsen und Wachstum verlagert. Rückgänge nach Krisen wurden oft innerhalb eines Jahres ausgeglichen.Der aktuelle Konflikt im Nahen Osten erfordert jedoch eine differenzierte Betrachtung. Trotz des gestiegenen Ölpreises haben die Märkte bislang keine drastischen Korrekturen erlebt. Dies liegt vor allem daran, dass viele Marktteilnehmer davon ausgehen, die Strasse von Hormus werde bald wieder uneingeschränkt passierbar sein. Allerdings dauert der Konflikt nun schon seit mehr als zwei Monaten an. Auch wenn es zu einer Deeskalation kommen sollte, dürften höhere Energiepreise und der daraus resultierende Inflationsdruck die Volatilität am Markt noch für längere Zeit hochhalten.Die Schwankungen an den Märkten verunsichern viele Anleger, die sich fragen, wie viel Risiko sie derzeit eingehen sollten. Starke Kursbewegungen binnen kurzer Zeit schüren Zweifel daran, ob die aktuelle Anlagestrategie noch zur eigenen Risikobereitschaft passt. Zugleich möchten viele die Chance auf mögliche Kursgewinne nicht verpassen, insbesondere im US-Tech-Sektor, für den weiterhin hohe Gewinnwachstumserwartungen bestehen.Warum Aktien nicht verschwindenInsgesamt wächst bei vielen Anlegern der Wunsch nach stabileren sowie breiter diversifizierten Portfolios. Die zentrale Frage lautet daher: Wie sollte das Vermögen in solch unsicheren Zeiten aufgestellt werden?Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich Aktienmärkte nach geopolitischen Schocks oft rasch erholen. Verluste werden meist innerhalb weniger Monate bis zu einem Jahr ausgeglichen. Geopolitische Risiken allein belasten die Börsen selten langfristig. Auch Krisen im Nahen Osten oder in der Ukraine folgten diesem Muster: Auf einen kurzen Einbruch folgte eine Stabilisierung. Kritisch wird es, wenn solche Schocks mit einer Rezession einhergehen. Derzeit zeigen sich Unternehmensgewinne und Konjunktur jedoch noch erstaunlich robust. Ein dauerhaft hoher Ölpreis von mehr als 100 Dollar könnte die Gewinne jedoch belasten und Rezessionsrisiken erhöhen.Marktreaktionen des US-Aktienindex S&P 500 auf geopolitische SchocksQuelle: Wintropwealth, LPL FinancialHistorisch betrachtet, ist eine vollständige Umschichtung aus Aktien meist keine gute Strategie, da Anleger dadurch das Erholungspotenzial nach einer Entspannung der Lage verpassen. Eine leichte Reduktion der Aktienquote kann sinnvoll sein, wenn sie dazu dient, das Risiko zu glätten und das Portfolio in robustere Segmente des Aktienmarkts zu verschieben. Statt eines Komplettausstiegs bietet sich eine Umschichtung innerhalb des Aktienanteils an – weg von zyklischen Wachstumsaktien, hin zu Value-Titeln, Dividendenaktien und defensiven Sektoren wie Gesundheit und Basiskonsum. Diese haben sich auch in den jüngsten Abwärtsbewegungen widerstandsfähiger gezeigt als Aktien aus zyklischen Sektoren. Oft verfügen solche Unternehmen über Preissetzungsmacht, solide Bilanzen und wiederkehrende Erträge in Form von Dividenden.Anleihen verlieren ihren SchutzschildIn den letzten zwei Jahrzehnten zeigte sich zeitweise eine positive Korrelation zwischen Aktien und Anleihen – ein bemerkenswerter Kontrast zu den Mustern früherer Jahrzehnte. Vor der Jahrtausendwende waren Anleihen oft ein verlässliches Gegengewicht zu Aktien. In den vergangenen zwei Jahrzehnten und insbesondere in den letzten fünf Jahren kam es jedoch wiederholt vor, dass beide Anlageklassen während Marktkorrekturen gleichzeitig an Wert verloren. Dadurch konnten Anleihen ihre traditionelle Rolle als Stossdämpfer nur begrenzt erfüllen. Auch in der aktuellen Situation hat die übliche Zuflucht in Staatsanleihen nicht den erhofften Schutz geboten: Die infolge des Energiepreisschocks gestiegenen Inflationserwartungen haben die Renditen erhöht und Kursgewinne verhindert.Korrelation der Renditen von MSCI World und Bloomberg Global Aggregate über fünf Jahre.Quelle: FactSet, Migros BankVor diesem Hintergrund sollten Obligationen weniger als Garantie für Kursgewinne in Krisen verstanden werden, sondern als dämpfendes Element im Portfolio, das Schwankungen reduziert und laufende Erträge liefert. Aufgrund ihrer stabileren Cashflows und der geringeren Volatilität im Vergleich zu Aktien können sie Schwankungen abfedern. Dadurch tragen sie dazu bei, die Risiken des Gesamtportfolios besser zu steuern – vor allem dann, wenn sie im kurz- und mittelfristigen Laufzeitbereich sowie mit solider Bonität eingesetzt werden.Gold bleibt der sichere HafenGold bleibt in Zeiten geopolitischer Unsicherheit ein sicherer Hafen, auch wenn es zuletzt an Wert verloren hat. Die gestiegenen Nominalzinsen, eine Folge der aufgeschobenen Zinssenkungen der amerikanischen Notenbank, haben die Opportunitätskosten für Anleger erhöht. Da Gold keine Zinsen abwirft, wird Kapital vermehrt in verzinste Anlagen umgeschichtet. Zudem hat der starke Dollar Gold für Käufer ausserhalb des Dollarraums verteuert und damit die Nachfrage belastet.Dennoch bleibt Gold eine sinnvolle strategische Beimischung im Portfolio, insbesondere wegen der strukturellen Nachfrage von Zentralbanken. Zahlreiche Zentralbanken, vor allem jene aus Schwellenländern, erhöhen ihre Goldreserven, um ihre Anlagen breiter zu streuen und die Abhängigkeit vom Dollar sowie von Staatsanleihen zu verringern. Eine kleine Goldquote im Portfolio kann langfristig reale Wertzuwächse ermöglichen und in volatilen Phasen stabilisierend wirken.Neue Pfeiler fürs PortfolioRohstoffe verzeichnen, ähnlich wie Gold, einen strukturellen Nachfrageanstieg. Faktoren wie Energiewende, Urbanisierung, Digitalisierung und der geopolitische Wettlauf um kritische Metalle treiben insbesondere die Nachfrage nach Industrie und Energierohstoffen. Lithium, Uran und Kupfer profitieren von Trends wie Dekarbonisierung, Elektromobilität und dem Wiederaufleben der Kernenergie. Diese Entwicklung dürfte mindestens bis 2030 anhalten. Eine moderate Beimischung von Rohstoffen kann im derzeit volatilen Markt sinnvoll sein, da sie oft eine niedrige oder sogar negative Korrelation zu Aktien und Anleihen aufweisen, besonders in Krisen- und Inflationsphasen. Zudem können Rohstoffe als Inflationsschutz dienen, weil ihre Preise häufig mit steigenden Güterpreisen korrelieren.In Zeiten wachsender geopolitischer Risiken wird die Diversifikation von Ertragsquellen und Risikotreibern wichtiger. Private Equity kann hier eine sinnvolle Ergänzung sein, da die Wertentwicklung stärker von der operativen Leistung der Unternehmen abhängt und weniger von kurzfristigen Marktschwankungen. Anders als börsennotierte Aktien, die rasch auf Nachrichten reagieren, werden Private-Equity-Beteiligungen in grösseren Abständen bewertet und orientieren sich an langfristigen Geschäftsplänen.Die gegenwärtige Marktlage mit ihren starken Schwankungen dürfte Investoren noch längere Zeit verunsichern. Entscheidend ist jedoch, nicht im falschen Moment vollständig aus dem Markt auszusteigen; erfahrungsgemäss ist der Wiedereinstieg dann nur schwer diszipliniert zu schaffen. Sinnvoller ist es, die Aktienquote auf ein neutrales, gut tragbares Niveau zu senken und Obligationen weiterhin als dämpfendes Element zu nutzen, auch wenn sie in vergangenen geopolitischen Schocks mehrheitlich positiv mit Aktien korrelierten. Ergänzend können Gold, Rohstoffe und Private Equity das Portfolio breiter diversifizieren und widerstandsfähiger machen. Mindestens so wichtig wie die Aufstellung ist jedoch, der gewählten Strategie auch in Abwärtsphasen treu zu bleiben.Gastbeitrag: Andrea Bally ist Lead Financial Research bei der Migros Bank und verfasst Beiträge über die Entwicklungen an den Finanzmärkten.
Wenn Politik die Märkte lenkt: Geopolitik und Ihre Portfolio-Strategie
Aktienmärkte reagieren empfindlich auf politische Schlagzeilen: Spannungen und Entscheidungen lösen Kursschwankungen aus, Waffenstillstände oder Verhandlungen nähren dagegen Zuversicht. Für Anleger stellt sich die Frage, wie viel Risiko sie tragen wollen – und ob ihre Strategie noch passt.







