Nachdem sich die Einkommen älterer Menschen in Ost und West jahrelang angenähert hatten, geht die Schere nun wieder auseinander. Menschen ab 65 Jahren im Osten hatten 2025 im Schnitt 3704 Euro weniger im Jahr zur Verfügung als Gleichaltrige im Westen. Das ist rechnerisch mehr als eineinhalb Monatsbudgets und „ein Schlag ins Gesicht für Ostrentner“, sagte Thomas Schulze, BSW-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, dieser Zeitung. Ostdeutsche Rentner seien auch 36 Jahre nach der Einheit „Bürger zweiter Klasse“.

Grundlage sind neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die das BSW abgefragt hat und die dieser Zeitung vorliegen. Sie zeigen: Die Einkommenslücke zwischen Rentnern in Ost und West wächst wieder.

„Ruhestand für Friedrich Merz“

Der Unterschied zwischen Ost- und Westrentnern lag im Jahr 2023 noch bei 3368 Euro und hat sich damit um 336 Euro zugunsten der westdeutschen Bezugsgruppe vergrößert.

Schulze verbindet die Zahlen mit der aktuellen Debatte über mögliche Rentenreformen. „Sollte jetzt auch noch das Rentenniveau weiter gekürzt werden, dann wäre das ein Rentenhammer für den Osten“, sagte er dieser Zeitung, „weil die Menschen dort in der Regel nur die gesetzliche Rente haben.“ Tatsächlich leben in Sachsen-Anhalt 96,1 Prozent der Menschen ab 65 überwiegend von Rente oder Pension. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor.