PfadnavigationHomePolitikDeutschlandRentenversicherung„Skandalöser Rückstand“ – Rentner im Osten bekommen Tausende Euro weniger als im WestenStand: 08:44 UhrLesedauer: 2 MinutenQuelle: Hauke-Christian Dittrich/dpaSenioren in Ostdeutschland haben im Schnitt deutlich weniger Geld zur Verfügung als Rentner im Westen. BSW-Gründerin Wagenknecht spricht von einem Skandal – und kündigt Proteste an, sollte die Rentenkommission ein Absenken des Rentenniveaus empfehlen.Rentner in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben im Schnitt mehrere Tausend Euro weniger Einkommen im Jahr zur Verfügung als in den West-Bundesländern. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor, die das Bündnis Sahra Wagenknecht erfragte.„Das ist für Ostrentner ein skandalöser Rückstand. Von einer Renteneinheit sind wir auch 36 Jahre später meilenweit entfernt“, sagte Wagenknecht der Nachrichtenagentur dpa.Laut Statistischem Bundesamt bekamen im vergangenen Jahr Frauen und Männer ab 65 Jahren in Sachsen im Schnitt 25.202 Euro. In Sachsen-Anhalt waren es 25.090 Euro und in Thüringen 26.032 Euro – im Westen dagegen 29.577 Euro. Zwischen Frauen und Männern gibt es noch einmal Unterschiede, bei Frauen fällt das Einkommen geringer aus.Lesen Sie auchDie Summen beschreiben das sogenannte Nettoäquivalenzeinkommen. Dahinter verbirgt sich ein statistisches Pro-Kopf-Einkommen. Es macht den tatsächlichen Lebensstandard von Haushalten unterschiedlicher Größe und Zusammensetzung vergleichbar, da Positionen wie die gemeinsam getragene Miete und der geringere Konsumbedarf von Kindern berücksichtigt werden.„Sollte die Bundesregierung nach den Plänen der Rentenkommission jetzt auch noch das Rentenniveau kürzen, dann wäre das vor allem auch ein Schlag gegen Ostrentner, weil sie in der Regel nur die gesetzliche Rente haben“, argumentierte Wagenknecht. Sollte das so kommen, werde das BSW „zu Rentenprotesten aufrufen und die Ostwahlen zur Volksabstimmung gegen die Rentenreform machen“.Die Bundesregierung will Ende Juni über dann vorliegende Vorschläge der Rentenkommission beraten, mit denen das System der Altersvorsorge angesichts der demografischen Veränderungen auf sichere Füße gestellt werden soll. dpa/ll