Ferrari hat sein erstes vollelektrisches Auto präsentiert. Doch die Italiener dürften sich einen besseren Start erhofft haben. Die ersten Kritiken fallen nicht gut aus – und ließen sogar die Aktien des Unternehmens an der Börse in Mailand um rund sechs Prozent abrutschen.Laut einem Händler ‌vor Ort enttäuschte das Design ‌die Investoren. „Für sie ist das kein Ferrari“, sagte er. Das Unternehmen hatte den Luce (italienisch für Licht) am späten Montagabend vorgestellt. Das Auto sieht aus wie eine „Mischung aus einem Honda Accord EV und einem Tesla 3“, schrieb Pierre-Olivier Essig, Forschungsleiter bei Air Capital, in einer Mitteilung.Der viertürige Stromer, der mit Hilfe des ehemaligen Apple-Chefdesigners Jony ‌Ive entwickelt wurde, soll 550 000 Euro kosten. Die Auslieferungen ‌sollen im vierten ‌Quartal beginnen. „Es ist ein Wagnis“, sagte Phil Dunne von der Unternehmensberatung Grant Thornton Stax bereits vor der Vorstellung ‌des neuen Modells. Andere Hersteller von Luxuswagen wie Porsche und Lamborghini hatten zuletzt wegen der schwachen Nachfrage ihre Pläne für ⁠Elektroautos zurückgefahren.Strategie überzeugt Investoren nichtAuch wenn das Design des Autos viele enttäuscht hat, könnte das Fahrerlebnis doch eine andere Sichtweise eröffnen. Der Luce leistet umgerechnet etwas mehr als 1000 PS und beschleunigt in 2,5 Sekunden auf 100 km/h – schneller als Ferraris V12-angetriebener SUV Purosangue. Er erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 310 km/h.Dennoch reihen sich die ersten Reaktionen in die Fehltritte von Ferrari in Bezug auf die Einführung von E-Autos ein. Bislang konnte die Firma Investoren nicht überzeugend darlegen, wie sie gleichzeitig auf Elektromotoren und auf Verbrenner, die weiterhin das Herz der Marke bilden, setzen möchte. Ferraris Plan für 2030 halbierte den erwarteten Anteil vollelektrischer Autos auf 20 Prozent der Modellpalette, während für Modelle mit Verbrennungsmotor das Doppelte dieses Anteils angestrebt wird.