Der US-Präsident und der Kremlchef waren kürzlich in China zu Gast – Deutschland schickte nun eine Delegation nach Taiwan. Am Dienstag hat dort Präsident Lai Ching-te die Delegation des Deutschen Bundestags empfangen. Bei dem Treffen mit den fünf Abgeordneten in Taipeh warb Lai für eine engere Zusammenarbeit demokratischer Partner. Angesichts der sich rasch verändernden internationalen Lage sei klar, »dass wir nur durch die Zusammenarbeit demokratischer Partner die regelbasierte internationale Ordnung aufrechterhalten können«, sagte Lai nach Angaben seines Präsidialamts.

Delegation mit allen im Bundestag vertretenen ParteienDie parteiübergreifende Delegation wird von dem Grünenpolitiker Till Steffen geleitet. Steffen sagte nach taiwanischen Angaben, Taiwan und Deutschland stünden bei globalen strategischen Fragen, industrieller Widerstandsfähigkeit, Verteidigung und Zivilschutz vor ähnlichen Herausforderungen. Beide Seiten könnten viel voneinander lernen.

Zur Delegation gehören neben Till Steffen auch Klaus-Peter Willsch und Markus Reichel von der CDU, Rainer Kraft von der AfD und Mandy Eißing von der Linkspartei. Insgesamt bleibt die Delegation noch bis zum 31. Mai in Taiwan. Bisher hatten sich die Abgeordneten im Netz noch nicht mit detaillierten Eindrücken zu ihrer Taiwan-Reise geäußert.China hatte den Besuch der Delegation in Taiwan kritisiert. Die Volksrepublik habe stets jegliche Form offiziellen Austauschs ihrer diplomatischen Partnerländer mit Taiwan abgelehnt, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning am Montag. Auf der Welt gebe es nur ein China, und Taiwan sei ein untrennbarer Teil Chinas, fuhr sie fort.