Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat zum Auftakt ihres Antrittsbesuchs in China gleiche Marktzugangs- und Wettbewerbsbedingungen für deutsche Unternehmen eingefordert. „Wettbewerb ist uns nicht fremd. Wettbewerb bringt uns nach vorn“, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Peking zum Auftakt eines Treffens mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao. Wettbewerb müsse aber transparent sein und beiden Seiten nutzen. Leitprinzip der Bundesregierung sei und bleibe die „Reziprozität“ – also vergleichbare Bedingungen für Unternehmen in beiden Ländern.

Reiche kündigte an, mit Wang über Lieferketten, den Zugang zu seltenen Erden und Marktzugangsfragen sprechen zu wollen. Es gehe auch darum, staatliche Unterstützung von Unternehmen in beiden Ländern „in einen ausbalancierten Zustand“ zu bringen. Die Ministerin verwies auf Chinas globalen Investitionsaufwand der vergangenen Jahre sowie auf den chinesischen Handelsbilanzüberschuss von rund 1,2 Billionen Euro.

Zuvor hatte Reiche bei einem Gespräch mit Zhou Haibing, Vizeminister der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), für einen „vertrauensvollen und offenen Austausch“ geworben. Die NDRC gilt als eine der zentralen wirtschaftspolitischen Planungsbehörden Chinas. Reiche knüpfte an „sehr gute bilaterale Gespräche“ von Bundeskanzler Friedrich Merz mit Staats- und Parteichef Xi Jinping an. Mit Anspielung auf Zhous Ausbildung als Bauingenieur sagte sie, Statik und Belastbarkeit seien ihm wohlvertraut: „So wollen wir auch unsere Beziehungen gestalten.“