Es war ein friedliches, sommerliches Pfingstwochenende, jedenfalls in Deutschland, und selbst im kriegsgeplagten Nahen Osten sah es zunächst nach Entspannung aus: In Katar trafen Gesandte Irans ein, um über ein Ende des Krieges mit den USA zu verhandeln. In der Nacht auf Dienstag aber griffen die USA wieder iranische Ziele an, unter anderem Raketenstellungen; das US-Militär sprach von einem Akt der Selbstverteidigung. Und Israel kündigte an, die Angriffe auf die Hisbollah-Miliz im Libanon zu verstärken. Der US-Präsident fiel derweil wieder einmal mit widersprüchlichen Aussagen auf. „Willkommen im Zirkus Trump“, kommentiert Nahost-Experte Tomas Avenarius.Auch anderswo war es kein friedliches Wochenende, etwa in der Ukraine, wo nahe der Hauptstadt Kiew eine russische Oreschnik-Rakete einschlug. Die Waffe besitzt hohe Zerstörungskraft, die Ukraine verlangte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. Alle Entwicklungen dazu können Sie in unserem Blog verfolgen.Dramatisch war die Lage derweil in der türkischen Hauptstadt Ankara, wo die Polizei die Zentrale der Oppositionspartei CHP räumte. Offensichtlich steckt hinter dieser Aktion der Wille des autoritären Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan, keine politischen Herausforderer mehr zu dulden. Der bisherige – und vom Staat abgesetzte – CHP-Parteichef Özgür Özel musste sein Büro verlassen. Er ging daraufhin zum Parlament – und sagte, er habe ein Gebäude aufgegeben, aber die Demokratie verteidige man ja nicht in einem Büro, sondern auf der Straße.So berichtet es SZ-Korrespondent Raphael Geiger aus Ankara, aus einem Land, in dem die Opposition eine Demokratie zu retten versucht, die längst keine mehr ist. Mein Kollege weist darauf hin, dass das gestürmte Parteigebäude die Zentrale einer Partei sei, deren Gründer, Mustafa Kemal Atatürk, auch die türkische Republik gegründet hat. „Wenn Erdoğan selbst dieses Haus stürmen lässt, welches ist dann vor ihm sicher?“Was heute wichtig istUSA greifen Ziele in Iran an. In Katar gehen die Friedensverhandlungen offenbar weiter, trotzdem haben die USA in der Nacht „Angriffe zur Selbstverteidigung“ auf Raketenstellungen und iranische Boote in der Straße von Hormus geflogen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat angekündigt, die Angriffe auf den Süden Libanons zu intensivieren. Zum Liveblog zum Krieg in NahostTrump kündigt erneut einen Deal mit Teheran an – doch nach Frieden klingt es nichtBallsaal im Weißen Haus: Trumps toxische TrümmerNach schwerem Luftangriff auf Kiew: Ukraine fordert UN-Sicherheitsratssitzung. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat die internationale Gemeinschaft zu einer „starken Antwort an den Aggressor“ aufgefordert. Bei den Attacken auf Kiew wurden allein in der Hauptstadt nach ukrainischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet und viele Dutzende verletzt. Zum Liveblog zum Krieg in der UkraineKriegsmüdigkeit in Russland: Bekommt Putins Machtapparat Risse?Airbnb: Fünf Sterne oder nichts. Vermieter auf Airbnb wollen schlechtere Bewertungen um jeden Preis vermeiden. Für Reisende wird es schwieriger, die passende Unterkunft zu finden – angeblich sind alle hervorragend. Eine SZ-Datenrecherche zeigt die Dimension der Bewertungsinflation auf. Zum ArtikelKünftig will Airbnb auch Mietwagen vermittelnRückschlag für Grünen-Politiker Gelbhaar. Die Berliner Grünen-Abgeordnete Klara Schedlich darf weiterhin Vorwürfe gegen Stefan Gelbhaar erheben, entschied ein Gericht. Sie sagt, der frühere Bundestagsabgeordnete habe sich ihr gegenüber übergriffig verhalten. Das wollte er ihr verbieten lassen. Zum ArtikelDer Fall Gelbhaar: Chronologie eines GrenzfallsRelegation zur Bundesliga: Paderborn stürzt Wolfsburg in die zweite Liga. Der SC Paderborn spielt 106 Minuten in Überzahl, trifft zweimal den Pfosten, muss in die Verlängerung – und jubelt am Ende trotzdem. In Wolfsburg endet eine Ära. Der VW-Klub steigt nach 29 Jahren in der ersten Liga erstmals ab. Zum ArtikelWeitere wichtige ThemenBundeswehr: Soldat stirbt bei MinentaucherausbildungDänemark: Königin Margrethe muss erneut ins KrankenhausDie Fachbriefings von SZ Dossier – mit SZ Pro-AboDossier Digitalwende: Der KI-Pakt entscheidet sich an der Infrastruktur. Deutschland und Indien wollen bei KI enger zusammenarbeiten. Doch was ist aus den Ankündigungen geworden? De-Cix-Chef Ivo Ivanov und Sudhir Kunder vom indischen Tochterunternehmen erklären, warum Indien schneller skaliert, Deutschland lauter werden sollte – und digitale Souveränität vor allem Wahlfreiheit bedeutet. Auch wichtig: Trump verschiebt nach Druck aus der Tech-Branche KI-Regulierung. Zum BriefingDossier Geoökonomie: Südkorea strebt auf die Arktisroute. Neue Handelswege im Schatten globaler Konflikte: Auf der Suche nach besseren Verbindungen nach Europa drängt Südkorea in die Arktis. Ein Frachter erkundet die Nordostpassage als Alternative zu riskanten Routen über Malakka oder den Suezkanal. Doch Russlands Anspruch auf die Region und der Machtkampf zwischen USA und China machen den Vorstoß für die Mittelmacht zum geopolitischen Wagnis. Zum Briefing
News am Morgen - Nachrichten vom 26. Mai 2026
USA greifen Iran an trotz Friedensgesprächen in Katar, Ukraine fordert UN-Sicherheitsratssitzung nach Angriff auf Kiew. Der VfL Wolfsburg steigt ab.








