Es ist kurz nach Mitternacht Washington, als das US Central Command eine Meldung veröffentlicht, die die an den Märkten in Asien sofort den Ölpreis sofort steigen lässt: Erneute Luftschläge gegen den Süden Irans, gegen Raketenstellungen und Boote, die angeblich Seeminen ausbringen wollten. Es seien „Verteidigungsschläge“ zum Schutz eigener Truppen, lässt Navy-Sprecher Tim Hawkins ausrichten. Man halte sich, so die bemerkenswerte Formulierung, „während der laufenden Waffenruhe weiterhin zurück“.
Diese Waffenruhe ist seit dem 8. April in Kraft. Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran, begonnen am 28. Februar, dauert damit faktisch in eingefrorener Form fort – als militärische Dauerdrohung, die jederzeit wieder eskalieren kann. Genau das tut sie in dieser Nacht.
Verhandlungen in Doha – und ein brisantes Memorandum
Parallel zu den Bomben sitzen Irans Chefunterhändler und Außenminister beim katarischen Premier in Doha. Auf dem Tisch liegt ein Memorandum of Understanding, eine Vorvereinbarung, die laut übereinstimmenden Berichten von Reuters, BBC und Nikkei drei Kernpunkte umfasst: eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage, eine Wiederöffnung der Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen nach Vertragsabschluss – und Verhandlungen über Irans Nuklearprogramm.












