Mutmasslicher Trump-Attentäter machte sich schon früher verdächtig und war zur Verhaftung ausgeschriebenDer Secret Service erschoss am Samstagabend einen Mann, der sich wohl Zutritt zum Weissen Haus verschaffen wollte – nicht zum ersten Mal. Der erneute Anschlagsversuch facht die Diskussion um den geplanten Ballsaal im Weissen Haus an.Renzo Ruf25.05.2026, 18.00 Uhr3 LeseminutenPolizeifahrzeuge und bewaffnete Sicherheitskräfte stehen am 23. Mai 2026 nahe dem Weissen Haus in Washington im Einsatz, nachdem dort Schüsse gefallen sind.Fatih Aktas / ImagoEin Mann, der am frühen Samstagabend versucht hat, sich bewaffnet Zutritt zum Weissen Haus zu verschaffen, ist vom Secret Service getötet worden. Der 21-Jährige, der mit einer Handfeuerwaffe Schüsse auf die Polizisten abfeuerte, war den Sicherheitskräften bekannt. Er sei im vorigen Jahr regelmässig in der Nähe des Arbeits- und Wohnsitzes von Präsident Donald Trump gesichtet worden, gab ein Mitarbeiter des Secret Service zu Protokoll. Auch habe sich der junge Mann bei den stark bewachten Eingängen zum Weissen Haus erkundigt, wie man Zutritt zum Gelände erhalte.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Im Juli 2025 war der Mann auf dem Gelände des Weissen Hauses erwischt worden, nachdem es ihm gelungen war, ein Sicherheitsdrehkreuz zu umgehen. Der ehemalige Highschool-Athlet behauptete dabei angeblich, er sei Jesus. Auch sagte er, dass er festgenommen werden wolle. Der Mann wurde des Hausfriedensbruchs angeklagt, schwänzte aber im August eine Gerichtsverhandlung – worauf ihn der zuständige Richter zur Verhaftung ausschrieb. Lokale Medien berichteten am Wochenende, dass der junge Mann im Grossraum Baltimore aufgewachsen und zur Schule gegangen sei. Ein früherer Freund sagte, dass er unter psychischen Problemen gelitten und im vorigen Jahr den Kontakt zu sämtlichen Bekannten abgebrochen habe.Schüsse waren im Weissen Haus zu hörenDer Vorfall ereignete sich kurz nach 18 Uhr (Lokalzeit) an einer normalerweise stark belebten Strassenkreuzung am westlichen Rand des Sicherheitsperimeters rund um das Weisse Haus. Aufgrund des Regenwetters bummelten aber nur wenige Passanten durch die Strassenzüge beim Weissen Haus. Ein unbeteiligter Mann wurde durch die Schüsse ernsthaft verletzt und befand sich am Wochenende noch in Spitalpflege, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete.Der 21 Jahre alte Schütze hielt sich zu keinem Zeitpunkt in der Nähe von Präsident Trump auf. Zwischen dem Tatort an der Pennsylvania Avenue und dem Oval Office, in dem Trump am Samstag mit Beratern über eine Friedenslösung im Iran-Krieg diskutierte, patrouillieren Dutzende von Mitarbeitern des Secret Service entlang den hohen Sicherheitszäunen. Die mehr als ein Dutzend Schüsse, die abgefeuert wurden, waren allerdings auch im Weissen Haus zu hören. So befand sich eine Vertreterin des TV-Senders OAN mitten in einer Live-Übertragung, als die Schüsse fielen. Sie duckte sich weg und sagte: «Du meine Güte, wir haben gerade Schüsse gehört», und die Live-Übertragung brach ab.Trump selbst dankte ein paar Stunden nach dem Vorfall dem Secret Service in einer Stellungnahme beim Internetdienst Truth Social. Auch wies er darauf hin, dass nur ein Monat vergangen sei, seit ein mutmasslicher Attentäter am Gala-Dinner einer Journalistenvereinigung festgenommen worden sei. «Dies zeigt», schrieb Trump, «wie wichtig es für alle künftigen Präsidenten ist, jenen Raum zu erhalten, der der sicherste und bestgeschützte seiner Art sein wird, der jemals in Washington errichtet wurde.»Politisches Hickhack um geplanten BallsaalDas war ein Hinweis auf den geplanten Ballsaal im Weissen Haus, den Trump unbedingt errichten will, der aber seit Wochen Gegenstand heftiger politischer und juristischer Debatten in Washington ist. So entschied etwa vorige Woche die republikanische Senatsführung, einen Milliardenkredit für Sicherheitsvorkehrungen aus einem Nachtragshaushalt zu streichen, der für den Grenzschutz und die Migrationspolizei ICE reserviert ist. Auch Parteifreunde des Präsidenten hatten zuvor im Kongress öffentlich angezweifelt, dass dieses Bauwerk, das den abgerissenen Ostflügel ersetzen soll, Priorität hat.Das Justizministerium der Regierung Trump allerdings nutzte den Zwischenfall bereits am Sonntag, um in einer dringlichen Gerichtseingabe das Ende des zivilrechtlichen Gerichtsverfahrens gegen den Ballsaal zu erwirken. Das zweite versuchte Attentat auf den Präsidenten innerhalb eines Monats zeige, wie wichtig hochmoderne Sicherheitsvorkehrungen seien, um Trump zu beschützen, schrieb der interimistisch amtierende Justizminister Todd Blanche. Dazu gehöre auch der geplante Ballsaal – der selbst nach den optimistischen Prognosen des Präsidenten erst am Ende seiner zweiten Amtszeit bezugsbereit wäre.Passend zum Artikel
Versuchter Anschlag: Trump fordert schärfere Sicherheitsvorkehrungen
Der Secret Service erschoss am Samstagabend einen Mann, der sich wohl Zutritt zum Weissen Haus verschaffen wollte – nicht zum ersten Mal. Der erneute Anschlagsversuch facht die Diskussion um den geplanten Ballsaal im Weissen Haus an.













