In der neuen Saison wird sich einiges ändern bei der Frankfurter Eintracht, um die Fehler der abgelaufenen Spielzeit abzustellen – neues Trainerteam, neuer, kleinerer Kader, Rückbesinnung auf alte Strategien und Spielweisen. Auch was die Sicherheitslage im Stadion betrifft, soll es zu Verbesserungen kommen, insbesondere im Fanblock, der Nordwestkurve.Nachdem während des letzten Bundesligaspiels gegen den VfB Stuttgart zwei Zuschauer durch abgeschossene Raketen verletzt worden sind und einige Familien auf der Gegentribüne wegen stinkender Nebelschwaden das Stadion beim Anpfiff verließen, ist aus den Kreisen der Verantwortlichen zu hören, „dass es so nicht weitergehen kann und wird“.Die Ankündigung, Vergehen durch die organisierte Fanszene einzudämmen, erfolgt nicht zum ersten Mal, einschneidende, wirkungsvolle Maßnahmen sind bisher nicht getroffen worden. Es gab viele solcher Vorfälle in der Vergangenheit, die Eintracht zahlte in der Saison 2024/25 gut eine Million Euro an Strafen (Bundesliga und Europapokal), im Februar 2026 wurden wegen elf weiterer Verstöße in der Liga 440.000 Euro an den DFB fällig.Die Eskalation am vergangenen Samstag, als der Anpfiff wegen dichter Nebelschwaden und einem anhaltenden Feuerwerk an Pyrotechnik um mehrere Minuten verschoben werden musste, dürfte nach realistischen Schätzungen in einer Größenordnung von etwa 300.000 Euro vom Verband sanktioniert werden. Dass Verletzte zu beklagen sind, wirkt strafverschärfend.„Diese Aktion ist ein Wahnsinn“Bisher haben sich zwei geschädigte Personen bei offiziellen Stellen gemeldet, Augenzeugen berichten jedoch, dass die Gesundheit mehrerer Zuschauer durch Pyrotechnik beeinträchtigt wurde. Die Polizei hat Betroffene öffentlich dazu aufgefordert, sich zu melden. Bisher hat eine verletzte Person Strafanzeige gegen unbekannt gestellt.Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat sich wegen des großen öffentlichen Interesses aber auch selbständig eingeschaltet. Ob die Eintracht schadenersatzpflichtig ist beziehungsweise ob Vorstand und/oder Veranstaltungsleiter persönlich haftbar gemacht werden können, wird gerade juristisch geprüft.Philipp Reschke, für den Veranstaltungsablauf und Fanbelange zuständiges Vorstandsmitglied der Eintracht, verurteilte die Vorkommnisse noch am Samstagabend ungewöhnlich scharf: „Diese Aktion ist ein Wahnsinn, nicht nachzuvollziehen und vollkommen inakzeptabel. Wer in so einem Ausmaß Raketen unters Dach schießt, in der eigenen Kurve, hat ein Stück weit den Verstand verloren. Das ist gefährlich, und zwei Menschen haben eine ganz bittere Quittung gezahlt.“Ganz verhindern lasse sich das illegale Abbrennen von Feuerwerkskörpern wohl nicht, gestand Reschke, „aber es muss spätestens jetzt auch dem Allerletzten klar geworden sein, was hier passieren kann und was auf dem Spiel steht“.Die Eintracht werde mit Nachdruck darauf hinarbeiten, dass so etwas nicht mehr vorkomme. Die Frage, was er unter Nachdruck verstehe, ließ Reschke offen, sagte jedoch: „Fort Knox ist eine Möglichkeit, aber nicht die Lösung.“ Reschke setzt den scharf bewachten Ort, an dem die US-Amerikaner ihre Goldreserven lagern, mit höchstmöglichen Sicherheitsstandards gleich.Grundlage der Lösung sei jedoch die Einsicht der Fans, ohne die gehe es nicht. Er kündigte an, weiter den Weg des Dialoges gehen zu wollen. Was denn noch geschehen müsse, bis Fort Knox die Lösung sei, wurde Reschke gefragt. Er verweigerte eine spontane Antwort, die sei erst nach reiflicher Überlegung und Absprachen mit der Vereinsführung sowie Sicherheits- und Ordnungskräften zu geben.