China hat drei Astronauten zu seiner Raumstation geschickt, von denen einer für ein Rekordjahr im All ⁠bleiben soll. Wie Bilder des Staatsfernsehens zeigten, hob die Rakete vom Typ Langer-Marsch-2F vom Weltraumbahnhof Jiuquan im chinesischen Teil der Wüste Gobi ab.Die Mission bereitet das ehrgeizige Ziel einer ‌bemannten Mondlandung bis 2030 vor. An Bord des Raumschiffs Shenzhou-23 ist mit Li Jiaying auch der erste Raumfahrer aus Hongkong. Welcher der drei ‌Astronauten für das gesamte ‌Jahr auf der Raumstation Tiangong bleiben wird, soll später entschieden werden.Die Mission findet vor dem Hintergrund eines zunehmenden Wettlaufs zum Mond mit den USA statt. ​Die US-Raumfahrtbehörde NASA will bereits 2028 wieder ⁠Menschen zum Mond bringen. Washington hat Peking vorgeworfen, eine Kolonisierung und Ausbeutung des Mondes zu planen, ​was die Regierung in Peking entschieden zurückgewiesen hat. Die USA wollen eine langfristige Präsenz ⁠auf dem Mond ‌als Sprungbrett für die spätere Erforschung des Mars errichten.Für die Mondmission bis 2030 muss China noch neue Raketen und Raumfahrzeuge entwickeln und testen. Die ⁠Shenzhou-23-Mission soll nun wichtige ⁠Manöver wie ein autonomes Andockverfahren erproben. Zudem sollen die physiologischen und psychologischen Auswirkungen des ⁠langen ​Aufenthalts im ⁠All untersucht werden, darunter die Strahlenbelastung, ​der Verlust von Knochendichte und der psychologische Stress. ‌Langfristig plant China, bis 2035 gemeinsam mit Russland eine ständige Basis auf dem ​Mond zu errichten.