taz-Recherchen zeigen: Agenten Russlands haben Betonskelette vor das Brandenburger Tor und Schweineköpfe vor Moscheen in Paris gelegt.

A m 31. Juli des vergangenen Jahres geht bei der Berliner Polizei ein Anruf ein. Ein Sicherheitsmann meldet einen Fund, der bizarr klingt, aber nicht besorgniserregend. Mitten in der Stadt, vor dem Brandenburger Tor, hat er Skelette gefunden. Es sind keine echten, sondern Nachbildungen, in Beton gegossen. Mit Kabelbindern sind sie an einer Holzlatte befestigt. Auf die Holzlatte hat jemand geschrieben: „Ich warte immer noch auf meine Rente. Danke, Merz!“

Die Polizei reagiert ratlos. Sie geht von einer Kunstaktion aus. Die Polizisten protokollieren den Fund, dann bringen sie die Skelette zum nächstgelegenen Recyclinghof. Dort werden sie entsorgt. Eine Straftat sehen die Polizisten nicht, auch keinen Anfangsverdacht. Deswegen stellen sie keine Strafanzeige.

Drei Monate später, am 29. September 2025, werden in Serbien elf Männer festgenommen. Die serbischen und französischen Behörden haben sie in den Blick genommen, für eine Aktion, die für deutlich mehr Unruhe gesorgt hatte als die Skelette vor dem Brandenburger Tor. In Paris sollen die Männer abgetrennte Schweineköpfe vor Moscheen und muslimischen Gemeindehäusern abgelegt haben – im Auftrag eines russischen Geheimdienstes.