Zwei 15-jährige Jungen werden wegen mehrfacher Vergewaltigung verurteilt, müssen aber nicht ins Gefängnis: Ein erstaunlich mildes Urteil sorgt derzeit in Großbritannien für Aufregung. »Es fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht«, sagte ein Opfer der BBC. Sie frage sich, warum sie den ganzen Gerichtsprozess überhaupt über sich habe ergehen lassen. »Die Entscheidung des Richters lässt es fast so aussehen, als wäre das, was die Jungen getan haben, zwar nicht in Ordnung, aber vor dem Gesetz schon okay, weil sie noch Kinder waren.«

Das Mädchen, damals 15 Jahre alt, war am 26. November 2024 in einer Unterführung am Fluss Avon in Fordingbridge, Hampshire, von den zwei damals 14-Jährigen vergewaltigt worden. Sie hatte einen der Täter über Snapchat kennengelernt und sich mit ihm zu einem Treffen verabredet. Dann tauchte sein Kumpel auf. Die beiden filmten ihre Tat.Staatsanwältin Jodie Mittell KC berichtete vor Gericht, Videos der Vergewaltigung seien später herumgeschickt worden und das Mädchen habe Nachrichten erhalten, in denen sie als »Schlampe« beschimpft wurde.

Nur zwei Monate später, am 17. Januar 2025, vergingen sich die Jugendlichen an einem weiteren Mädchen. Auch diese Tat filmten sie. In dem Zusammenhang war auch ein 14-Jähriger angeklagt. Er soll einen der beiden anderen angestachelt haben.Gegen alle drei wurden Jugendbewährungsstrafen verhängt. Für die beiden 15-Jährigen beträgt diese drei Jahre mit 180 Tagen intensiver Betreuung und Überwachung, für den 14-Jährigen 18 Monate.