Sport formt einen Körper nicht grundlegend neuMit Beginn des Sommers verspüren viele Menschen den Druck, einem bestimmten Aussehen zu entsprechen. Warum das nur bedingt möglich ist.Natina Schregenberger24.05.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenSportlichkeit sieht nicht bei allen gleich aus.pixdeluxe / E+ / GettyDer Sommer steht vor der Tür, die Freibäder haben geöffnet. Ein Moment des Jahres, den viele ersehnen – sei es, um den meist überfüllten Hallenbädern fürs Schwimmtraining zu entkommen, oder einfach, um an der frischen Luft zu faulenzen und ein kühles Bad zu geniessen. Das Anprobieren der Badehosen vor dem Spiegel ist ein Ritual vor dem ersten Badibesuch. «Wie sehe ich dieses Jahr aus?» Das Resultat ist oft: ein kritischer Blick und innerliche Selbstentwertung.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Man fragt sich, warum einem das Training nicht anzusehen ist, wenn man doch ein sportlicher Mensch ist. Überlegt sich, ob man eine Blitzdiät oder eine Entwässerungskur machen sollte. Man strebt nach einer schnellen Lösung, damit man entspannt die Badesachen tragen kann. Und hat doch Angst, dass es das Schicksal sein wird, mit eingezogenem Bauch und verhüllten Hüften durch den Badesommer zu gehen. Ein Blähbauch, herrje, ganz etwas Schlimmes. Warum denken wir eigentlich so?Das Wichtigste vorweg: Es gibt keine Lösung. Jegliche Schnelldiäten und sogenannten Entschlackungskuren bestehen zu einem grossen Teil aus der Reduktion des Wassergehaltes im Körper. Im schlimmsten Fall verlieren wir dabei noch Muskelmasse, was sowieso nicht nachhaltig ist. Die Verteilung der Fettpolster ist genetisch und altersbedingt festgelegt. Dumm gelaufen, denn das bedeutet: Auch wenn wir Gewicht verlieren, bleiben die Proportionen identisch. «Problemzonen» lassen sich ebenso wenig «wegtrainieren».Es bleibt also nur die Möglichkeit, unsere eigene und gesellschaftlich tief verankerte Definition von Gesundheit oder Sportlichkeit zu überdenken. Denn Sportlichkeit sieht nicht bei allen gleich aus.Unser Körper ist fürs Bewegen und Überleben gedacht und ist keine gesellschaftlich normierte Hülle. Es gibt keinen «Sommerkörper», sondern nur unseren Körper. Sport sollte dabei nicht zum Zwang werden, den eigenen Körper zu formen, sondern eine freudvolle Beschäftigung sein, um unsere Gesundheit mit kontinuierlicher Bewegungsaktivität möglichst lange zu erhalten. Also: ab nach draussen, Bauch raus, lächeln!Natina Schregenberger arbeitet als Sportärztin in der Stadt Zürich.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel