In Deutschland wird derzeit viel über alte Männer diskutiert. Der eine ist 40, der andere 74. Der 40-jährige heißt Manuel Neuer und wird bei der Fußball-WM zur allgemeinen Überraschung im Tor stehen. (Hier mehr zum deutschen WM-Aufgebot .) Der 74-jährige heißt Wolfgang Kubicki und soll am kommenden Wochenende zur allgemeinen Überraschung zum Vorsitzenden der FDP gewählt werden. Alt heißt hier: alt für die jeweilige Branche.
Neuer hatte schon seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt, Kubicki schien sich aufs politische Altenteil zurückgezogen zu haben. Dass sie wieder da sind, sagt vor allem etwas über die Nachwuchslage ihrer Branche.Jüngere Torwart-Jahrgänge haben es nicht geschafft, überzeugende Alternativen zu Neuer hervorzubringen. Das ist schade, aber kein Drama. Weltmeister oder nicht ist allenfalls für eine schräge Minderheit eine existenzielle Frage.In der Politik sieht es anders aus. Wenn der gute Nachwuchs fehlt, mindert das die Chancen auf eine halbwegs gute Politik in der Zukunft. Und nicht nur die FDP hat ein Nachwuchsproblem. Auf lokaler Ebene haben viele Parteien Mühe, Kandidaten für die Parlamente zu finden. Selbst im Bundestag wird es in der Spitze dünn.













