Es ist die achte Sandsteinplatte von links, wenn man vor dem monumentalen, 102 Meter langen Fürstenzug in der Dresdner Altstadt steht. Das Wandbild nahe dem Residenzschloss zeigt eine Parade sächsischer Herrscher aus dem Hause Wettin und gilt als größtes Porzellanbild der Welt – an dem auch Roland Dantz ein ganz klein wenig mitgewirkt hat.

„Diese Platte habe ich meinen Kindern und natürlich auch den Enkeln gezeigt“, sagt Dantz immer noch ein bisschen stolz und deutet auf die Sandsteintafel, die etwas heller ist als die anderen im Rustikamauerwerk am Sockel des Fürstenzuges. Damals, vor 47 Jahren, hat der gelernte Maurer die Sandsteinplatte mit ausgetauscht. Der Fürstenzug wurde gereinigt von den immer noch sichtbaren Brandspuren der Bombennacht im Februar 1945 und vom Dreck der braunkohlebelasteten Luft in Dresden. Ein knappes halbes Jahrhundert später beurteilt Dantz seine Arbeit: „Wenn es gut gemacht ist, hält es für die Ewigkeit.“

Ein Handwerkerspruch, der vom Stolz einer Branche zeugt, aber auch ein Lebensmotto für Roland Dantz ist: Wenn schon, dann richtig! So war er eine kleine Ewigkeit lang Oberbürgermeister der sächsischen Stadt Kamenz (knapp 17.000 Einwohner). Ende 2025 verließ er nach 21 Jahren den Rathausstuhl, weil er zur (vermutlichen) Wiederwahl schon das 65. Lebensjahr erreicht hatte – ein Ausschlusskriterium im sächsischen Kommunalwahlgesetz.