Was Martin Luther vom Speed-Klettern gehalten hätte, kann man heute nur erahnen. Oder man kann ChatGPT fragen. Eine Statue des Reformators steht vor der Frauenkirche in Dresden, und weil die Organisatoren der Finals alles zentral haben wollten, musste Martin Luther sich nun am Wochenende umringen lassen von gleich zwei Sportkulissen: hinter ihm eine 15 Meter hohe Kletterwand, vor seiner Nase eine Bühne für das Breaking-Turnier und 3×3-Basketball. Speed-Klettern, so kombiniert die künstliche Intelligenz, hätte Luther für gut befunden: Er sei ein Freund von Klarheit, Zielstrebigkeit und Disziplin gewesen; also schnurstracks eine Wand hochzuschießen, könnte in seinem Sinn gewesen sein. Sein möglicher Kommentar zum Breaking, so die KI: „Tanzen will ich nicht verdammen, so es dem Herzen zur Freude gereicht und nicht dem Hochmut dient.“ Er hätte sich beides also wahrscheinlich mal angeguckt.
Eine Einstellung, die auch die Menschen teilten, die sich an seinem Sockel in diesen Tagen säumten: Der Plan der Veranstalter an den historischen Stätten in Dresden ist aufgegangen, das neugierige Publikum zum Stehenbleiben und Platznehmen zu animieren. Auch beim Bogenschießen vor der Semperoper: alles voll. Viele Sporttalente sind Deutschland in den letzten Jahrzehnten abhandengekommen, man muss also etwas tun, um wieder zu begeistern. Und bei den Finals, dem Veranstaltungsformat mit diversen Meisterschaften am selben Ort, konnte man zumindest die Erkenntnis gewinnen: Zusammen erreichen die Sportarten, die sonst nur bei Olympischen Spielen im Fokus stehen, mehr Interessierte und potenzielle Nachwuchskräfte, als wenn jede Ihre nationalen Meisterschaften allein austrägt.







