PfadnavigationHomeSportTennisAlexander Zverev„Ich fühle mich anders dieses Jahr. Ich fühle, dass es passieren wird“Von Sebastian KayserStand: 08:19 UhrLesedauer: 4 MinutenAlexander Zverev peilt den Titel bei den French Open anQuelle: Manu Fernandez/AP/dpaViele Chancen bleiben dem deutschen Tennisspieler nicht mehr, die beiden großen Träume seiner Karriere noch zu verwirklichen. Die French Open bieten dafür die besten Voraussetzungen.Es ist ein Stöhnen auf hohem Niveau. Dass Alexander Zverev die wohl konstanteste Saison seines Lebens spielt, hilft ihm bei den beiden großen Zielen seiner Tenniskarriere nicht weiter. Der 29-Jährige will die Nummer eins der Welt werden und endlich seinen ersten Grand-Slam-Titel gewinnen. Den nächsten, den 41. Anlauf, unternimmt er von diesem Sonntag an, wenn in Paris die French Open starten.Sechsmal stand Zverev in diesem Jahr in einem Halbfinale, wovon er aber nur eines, beim Masters in Madrid, gewann. Sechs Halbfinals, das schaffte außer dem Hamburger nur Jannik Sinner. Der gewann jedoch fünf seiner Vorschlussrunden-Begegnungen und dann auch jedes Mal das Turnier. Nur bei den Australian Open war in der Runde der letzten Vier gegen Grand-Slam-Rekordchampion Novak Djokovic (24 Titel) Schluss.In dieser Bilanz liegt Zverevs Problem. Ausgerechnet Sinner, der den Platz an der Sonne zementiert hat, ist der Angstgegner des Olympiasiegers von 2021. Die jüngsten neun Partien hat er gegen den Südtiroler verloren, vier davon in diesem Jahr. Bei den Masters-Events in Indian Wells, Miami, Monte Carlo sowie im Finale von Madrid war der Italiener die Endstation. Der baute seinen Vorsprung auf die Nummer drei aus Norddeutschland dadurch immer weiter aus. 8995 Punkte beträgt der Unterschied zwischen beiden, Tendenz steigend. Dieses Ziel ist also schon mal weiter entfernt als die Erde vom Mond.Boris Becker spricht von „Alexander Zverev 2.0“Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Zverev spielt nämlich trotzdem eine starke Saison, abgesehen von einem unbedeutenden Turnier in Acapulco im Februar und dem Masters in Rom, wo schon im Achtelfinale das Aus kam. Von seinen Leistungen her heimste er so viel Lob ein wie wohl noch nie in seinem Leben. Selbst Kritiker wie Boris Becker staunten nicht schlecht über die ersten knapp fünf Monate des „Alexander Zverev 2.0“. Die deutsche Nummer eins, die jäh aggressiv auftritt, bekräftigt, dass sie nach Sinner und Carlos Alcaraz, gegen den er das Halbfinale von Melbourne verlor, „der Beste vom Rest“ ist.Lesen Sie auchVon seinem Grundlinienspiel und der Position viele Meter hinter der Linie, selbst beim zweiten Aufschlag des Gegners, ließ er sich jahrelang nicht abbringen. Bis zum Saisonstart 2026. Bruder Mischa Zverev sagt: „Er spielt jetzt aggressiv. Dass er es lange nicht tat, lag aber nicht am fehlenden Wissen. Das wussten alle, er auch.“ Der Mut zur Veränderung fehlte aber. Schon bei den Australian Open im Januar war das zu sehen. Gegen Alcaraz, die damalige Nummer eins und heutige Nummer zwei, holte er einen 0:2-Satzrückstand auf, verlor dann knapp im fünften Durchgang.Alcaraz sagte für die French Open abDas Halbfinale in Miami gegen Sinner zeigte ein weiteres Mal, dass er auf dem richtigen Weg ist. „Er hat unglaublich gut gespielt“, lobte Sinner im März. Und Zverev selbst befand: „Ich fühle mich anders dieses Jahr. Ich fühle, dass es passieren kann – und auch passieren wird.“Lesen Sie auch„Es“ ist der ersehnte erste Gewinn eines Grand Slam, der einzige Einzeltitel, der zur perfekten Karriere fehlt. Paris bietet dafür die besten Voraussetzungen. Es ist sein mit Abstand bestes Grand-Slam-Turnier. 2021 bis 2024 erreichte er mindestens die Runde der letzten Vier und stand vor zwei Jahren sogar im Finale gegen Alcaraz, das der Spanier in fünf Sätzen gewann. Das Viertelfinalaus 2025 gegen Altmeister Djokovic, mittlerweile 38 Jahre alt, muss da fast schon als Betriebsunfall gelten.Was Zverev ebenfalls entgegenkommt, ist die schwere Handverletzung von Alcaraz. Der 23-Jährige sagte für die French Open in dieser Woche und auch für Wimbledon ab. Für den Deutschen heißt das, er ist hinter Sinner an Nummer zwei gesetzt und könnte frühestens im Finale auf den 24-Jährigen treffen. Es wäre das fünfte Duell der beiden in diesem Jahr. Zverev weiß aber: „Ich werde wahrscheinlich keine Rekorde brechen. Aber eines der Dinge, die mir wirklich wichtig sind, ist, mein Spiel so zu verbessern, dass ich einen Grand Slam holen kann. Ich fühle absolut, dass ich dazu in der Lage bin.“Alexander Zverev ist nominiert für THE POWER LIST – Germany’s Top 50. POLITICO, WELT und BUSINESS INSIDER zeichnen im Rahmen der POWER LIST 2026 Persönlichkeiten aus, die Deutschland bewegen und an die Weltspitze bringen. Die POWER LIST steht für Relevanz und Zukunft. Die finale Liste wird am 4. Juni veröffentlicht. Alle Beiträge finden Sie schon vorab hier: welt.de/the-power-list
Alexander Zverev: „Ich fühle mich anders dieses Jahr. Ich fühle, dass es passieren wird“ - WELT
Viele Chancen bleiben dem deutschen Tennisspieler nicht mehr, die beiden großen Träume seiner Karriere noch zu verwirklichen. Die French Open bieten dafür die besten Voraussetzungen.







